Honda Kleinwagen mit alten Trümpfen und neuen Stärken
Jazz oder nie

Der Honda Jazz war schon immer ein cleveres Fahrzeug. Nur sah er nicht wirklich gut aus und die Motoren agierten eher verschlafen. Der neue will sich nun deutlich aufgeweckter geben.
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Mit alten Stärken punkten und mit neuen überraschen: Der Jazz spielt zwar wie eh und je seine Trumpfkarte Variabilität aus. Anders als die Vorgänger will die ab Ende September antretende dritte Generation nun aber auch durch Design, Materialanmutung und durch ein modernes Infotainmentsystem überzeugen.

Einen spritzigen, 75 kW/102 PS starken Benziner haben die Japaner ihrem Kleinwagenmodell ebenfalls spendiert. Für den Jazz ruft Honda mindestens 15.900 Euro auf. Äußerst selbstbewusst, doch dafür ist der kleine Japaner schon in der Basisversion sehr gut ausgestattet.

„Na geht doch!“, möchte man den Honda-Designern zurufen. Der neue Jazz sieht vergleichsweise gut aus. Die typische, vanartige Formengebung ist nun weniger ausgeprägt. Das Honda-Gesicht mit dem „Solid Wing“, markanten Sicken an den Seiten und auffallenden Heckleuchten lassen den Kleinen zudem weniger bieder wirken.

Auch das Interieur vermittelt dank Klavierlack und ein paar Chromapplikationen nicht mehr nur den Charme einer Bahnhofshalle. Allerdings ist der Innenraum weit davon entfernt, wirklich schick oder trendy zu sein. Aber wie immer bei Honda gibt es an der Materialqualität selbst sowie der Verarbeitung nichts auszusetzen.

Nachgelegt haben die Japaner auch bei der Technik. Unter anderem gibt es ein neues, internetfähiges Infotainment-System, das auch ein Spiegeln des Smartphone-Bildschirms auf den Touchscreen in der Mittelkonsole erlaubt, ein serienmäßiges City-Notbremssystem, Kollisionswarner, Spurhalteassistent, Verkehrszeichenerkennung und automatisches Fernlicht.

Außerdem hat Honda eine intelligente Geschwindigkeitsregelung im Programm. Sie passt die maximale Geschwindigkeit automatisch anhand der durch die Verkehrszeichenerkennung erfassten Tempobeschränkungen an.

Ganz neu ist der vorerst einzig angebotene Motor; der 1,3-Liter-Benziner leistet 75 kW/102 PS. Anders als das Vorgängertriebwerk mit 73 kW/100 PS arbeiten hier aber keine müden Pferdchen. Jetzt geht es vielmehr richtig spritzig zur Sache. Das locker hochdrehende Aggregat hängt gut am Gas. Das maximale Drehmoment von 123 Newtonmetern liegt zwar erst bei 5.000 Umdrehungen an, doch das klingt schlimmer als es in der Realität ist.

So gelingt der Spurt auf Tempo 100 in 11,2 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit ist bei Tempo 190 erreicht. Die Schaltvorgänge überträgt das leichtgängige Sechsgang-Schaltgetriebe, der träge Fünfgang-Schalter aus der vorigen Generation durfte in Rente gehen. Optional steht gegen einen Aufpreis von 1.300 Euro ein CVT-Getriebe zur Verfügung.

Kurzcharakteristik:
Warum? Weil das Sitzkonzept einfach genial ist
Warum nicht? Weil man keine Möbel-Mitnahmemärkte mag
Was sonst? VW Polo, Ford Fiesta, Opel Corsa, Nissan Note, Fiat 500 L
Wann kommt er? Ende September 2015

Das Fahrwerk ist passend zum spritzigen Auftritt abgestimmt und vermittelt den Eindruck, dass auch ein leistungsstärkerer Motor gut zum Fahrzeug passen würde. Und tatsächlich hält wohl der aus dem Schwestermodell HR-V bekannte 1,5-Liter-Benziner mit 96 kW/130 PS noch Einzug in den Jazz. Eine Hybridversion wird es dagegen nicht mehr geben.

Bei allen Design- und sonstigen Neuheiten. Der Jazz ist in einer Hinsicht ganz der Alte geblieben. In Sachen Platzangebot sowie Variabilität macht ihm so schnell keiner in seiner Fahrzeugklasse Konkurrenz. Da die dritte Generation um 9,5 Zentimeter in der Länge auf nun 4 Meter und beim Radstand um 3 Zentimeter auf 2,53 Meter gewachsen ist, gibt es sogar noch mehr Platz als zuvor. Weder Fahrer noch Beifahrer kommen sich zu nahe, im Fond nehmen zumindest zwei Personen entspannt Platz.

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