Test + Technik

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Honda SH 125i im Test: Stadtflitzer mit wenig Durst

Honda hat seinen Rollerbestseller SH 125i zur neuen Saison renoviert: Die Optik wurde aufgefrischt, das Fahrwerk mit ABS versehen und ein komplett neuer Motor eingebaut. Der Preis blieb fast der alte.

Der 125-ccm-Einzylinder-Motor kommt mit 2,9 Litern Sprit auf 100 Kilometer aus. Quelle: Honda
Der 125-ccm-Einzylinder-Motor kommt mit 2,9 Litern Sprit auf 100 Kilometer aus. Quelle: Honda

DüsseldorfLäuft er nun oder läuft er nicht? Beim Starten des neuen Honda SH 125i heißt es genau aufpassen, ob das Triebwerk anspringt oder nicht. Auf das Geräusch eines drehenden Anlassers beim SH kann der Pilot lange warten, denn die Lichtmaschine fungiert gleichzeitig als E-Starter. Ein Druck auf den Starterknopf und schon schnurrt der SH leise vor sich hin.

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Doch auch der Rest des flüssigkeitsgekühlten Einzylinders mit obenliegender Nockenwelle ist neu und auf möglichst geringe Produktions- und Betriebskosten getrimmt. Unterm Strich werkeln nun 20 Prozent weniger mechanische Bauteile im Motor.

Motor- und Elektro-Roller

Der Motor leistet 8,7 kW/11,7 PS und entwickelt ein Drehmoment von elf Nm. Er bleibt damit deutlich unter dem für 125er zulässigen Limit von elf kW/15 PS. An der Ampel beschleunigt der Roller dennoch überraschend flott. Im Handumdrehen stehen 50 km/h auf dem Tacho und bis zum Erreichen des Stadttempos hat niemand überholt. Die Beschleunigung geht dank gleichmäßiger Leistungsentfaltung munter weiter bis rund 90 km/h. Trotz der angegebenen Höchstgeschwindigkeit von 98 km/h zeigt die Tachonadel bei Vollgas fast 120 an.

Dieses volle Auskosten der Leistungsfähigkeit geht keineswegs mit einem erhöhten Verbrauch daher: Im Schnitt konsumiert der Japaner nur 2,9 Liter Sprit auf 100 Kilometer. Damit sind Reichweiten von 250 Kilometer gut zu schaffen.

Begünstigt wird der geringe Benzinverbrauch durch eine automatische Leerlaufabschaltung, die den Motor nach drei Sekunden Stand im Leerlauf vorübergehend abstellt. Danach genügt ein Dreh am Gasgriff und schon schnurrt der SH wieder munter drauflos. Die Start-Stopp-Automatik lässt sich +übrigens abschalten, doch eine Deaktivierung macht in der Praxis keinen Sinn.

Der neue ABS-Roller SH 125 ist fahrstabil und einfach zu beherrschen. Quelle: Honda
Der neue ABS-Roller SH 125 ist fahrstabil und einfach zu beherrschen. Quelle: Honda

Zum tadellosen Antrieb gesellt sich ein adäquates Fahrwerk, dessen Neukonstruktion neben der Fahrdynamik vor allem praktische Vorzüge aufweist: Ein innovativer Rohrverbund minimiert die konstruktiven Einschränkungen beim Stauraum durch die großen 16-Zoll-Räder. Jetzt passt beim SH 125i sogar ein Integralhelm ins Staufach unter der Sitzbank.

Doch von den Überarbeitungen profitiert auch die Fahrdynamik. Gewährleisten die Sechzehnzöller schon von Hause aus ein neutrales, präzises Einlenkverhalten und eine hohe Kurvenstabilität, so sorgen der lange Radstand und die günstige Schwerpunktlage des lediglich 134 Kilo schweren Scooters für ein unkompliziertes und jederzeit sicheres Fahrverhalten.

Motorräder

Dazu kommt ein ausgezeichneter Fahrkomfort: Gabel wie Federbeine sprechen sehr sensibel an und dämpfen sportiv. Selbst bei flotter Gangart liegt der SH wie ein Brett auf der Straße und vermittelt viel Vertrauen. Zumal sich der Pilot bedenkenlos auf das erstmals in dieser Klasse verbaute serienmäßige ABS verlassen kann. Das System wirkt unabhängig voneinander auf je eine Scheibenbremse.

Doch auch ohne ABS-Einsatz lässt sich der SH sehr effektiv und unproblematisch verzögern, so dass auch weniger versierte Rollerfahrer mit dem System problemlos zurechtkommen. Das niedrige Gewicht, der kleine Wendekreis und die entspannte Ergonomie durch den tiefen und flachen Durchstieg erleichtern die Handhabung.

Der 125er-Roller überzeugt mit kleinem Wendekreis und guter Ausstattung. Quelle: Honda
Der 125er-Roller überzeugt mit kleinem Wendekreis und guter Ausstattung. Quelle: Honda

Trotz aufgefrischter Optik mit Multireflektor-Scheinwerfer, schicken Positionsleuchten und großem LED-Rücklicht, wahrt das aktuelle Modell die typische geschwungene Linienführung eines Honda SH. Bei der Ausstattung braucht er sich nicht hinter der Konkurrenz zu verstecken: Umfangreich und übersichtlich gefällt das weitgehend analoge Cockpit, das neben zahlreichen Anzeigen und Kontrollleuchten eine Anzeige für die Leerlaufabschaltung umfasst.

Mit Haupt- und Seitenständer, Helmfach und niedrigem Durchstieg erweist sich der SH 125 als sehr praxisfreundlich. Quelle: Honda
Mit Haupt- und Seitenständer, Helmfach und niedrigem Durchstieg erweist sich der SH 125 als sehr praxisfreundlich. Quelle: Honda

Ein Fach im Bug nimmt Kleinigkeiten auf, Gepäck- und Helmhaken sind ebenso Standard wie der Seiten- und Hauptständer, mit dem sich der SH kinderleicht aufbocken lässt. Überflüssig ist nur der Schalter zur Sitzbankentriegelung. Da er nur in einer Stellung des Zündschlüssels funktioniert, könnte der Schlüssel gleich das Schloss betätigen. Kritische Augen werden kaum Mängel bei der Verarbeitung und dem Oberflächenfinish feststellen, und das, obwohl der neue SH 125i mit 3.490 Euro kaum mehr kostet als der Vorgänger – bei bessere Ausstattung und serienmäßigem ABS.

Technische Daten Honda SH 125i:

Automatikroller mit flüssigkeitsgekühltem Einzylinder-Viertakt-Motor,
eine obenliegende Nockenwelle, Hubraum 125 ccm,
Bohrung x Hub 52,4 x 57,9 mm,
max. Leistung 8,7 kW / 11,8 PS bei 8.500 U/min,
max. Drehmoment 11 Nm bei 6.500 U/min,
elektronische Kraftstoffeinspritzung, geregelter Katalysator,
CVT-Automatikgetriebe, Fliehkraftkupplung,
Stahlrohrrahmen, Telegabel,
Zweiarm-Triebsatzschwinge mit zwei Federbeinen,
eine Scheibenbremse vorn und hinten, ABS,
Reifen: vorn 100/80-16, hinten 120/80-16,
Sitzhöhe: 799 mm, Tankinhalt: 7,5 Liter,
Leergewicht: 134 kg, Zuladung: 180 kg,
Preis: 3.490 Euro, Höchstgeschwindigkeit: 98 km/h,
Durchschnittsverbrauch: 2,9 l, Reichweite: 258 km.

Quelle: MID
  • 11.02.2013, 16:21 UhrPrimaRoller

    Diesmal liegen Sie völlig falsch. Sicher fertigt HONDA auch viele Roller an preiswerten Standorten; zumeist in Asien. Und nicht nur HONDA; der neue Motor eines BMW-Rollers wird bei KYMCO (Taiwan) in Lohnarbeit produziert, bevor er dann in Berlin endmontiert wird. Es muss differenziert werden.

    Der von Ihnen geschmähte HONDA Roller ist übrigens alles andere als ein "China-Billig-Baumarktroller".
    Ohne jetzt sich in Einzelheiten zu verlieren, machte HONDA bei diesem Roller nahezu alles richtig:
    http://www.motomobil.at/newsstories/news/438-honda-sh125i-esp

    Produziert wird er übrigens im sonnigen Rollerland ITALIEN.

    Also ... liegen Sie so ziemlich mit allem daneben.

  • 11.02.2013, 09:13 Uhrwalter

    und wo wird der scooter gefertigt?
    stolzer preis wenn ein vergleichbarer scooter in thailand knapp ein drittel des preises kostet! ja, die wundersame geldvermehrung!
    wenn da nicht die probleme mit abgasgutachten bei der zulassung wären, hätte ich schon längst so ein vehikel importiert. ja, so werden wir abgezockt. eine schande!

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