i3 - Der Bayer aus der Elektroabteilung
Fahrspaß kostet Reichweite

Sechs Jahre Arbeit hat BMW in dieses Projekt gesteckt, geschätzte drei Milliarden Euro investiert. Nun muss der i3 nur noch die „elektrische Revolution“ auslösen, mit der das Ganze erst rentabel wird.
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Die Vorurteile sind bekannt:  Ein Elektroauto ist teuer, seine Reichweite zu gering, die Alltagstauglichkeit eingeschränkt. Die Fakten lesen sich so: 34.500 Euro sind für ein Kompaktklasse-Modell sicher kein Schnäppchen. Aber ein fairer Preis für ein Auto wie den BMW i3. Vier vollwertige Sitze und ein Kofferraumvolumen von 260 bis 1.130 Liter geben keinen Grund zur Klage und die etwa 160 Kilometer Reichweite sind im Alltag für fast alle Autofahrer mehr als genug.

Und nicht mal unbedingt das Ende der Fahnenstange: Denn wer noch einmal 4.500 Euro für einen Range Extender, den Reichweitenverlängerer, investiert, verdoppelt damit die mögliche Fahrstrecke und halbiert die an sich schon nicht unbedingt begründete Angst vor dem Liegenbleiben.

Elektroauto-Fahren ist aber selbstverständlich (noch) trotzdem immer ein Erlebnis der ganz besonderen Art. Das lautlose Dahingleiten und die beeindruckende Beschleunigung beim Start dank des sofort zur Verfügung stehenden maximalen Drehmoments gehören genauso dazu wie die Planung der Strecke und die Suche nach einer Ladestation.

Letzteres hört sich schlimmer an, als es ist. Das Navigationsgerät des i3 zeigt den Reichweiten-Umkreis genauso an wie die möglichen „Tankstellen“, von denen bereits sehr viele auch die BMW-Karte akzeptieren. Der i3-Fahrer fährt vor, verbindet mit dem Ladekabel die Stromquelle mit dem Fahrzeug, verriegelt das Ganze per Fernbedienung und sucht sich zum Beispiel ein nettes Plätzchen in einem Café.

Dort verfolgt er über eine App auf seinem Smartphone den Ladezustand der Lithium-Ionen-Batterie. Deren  Akkus sind an einer Schnell-Ladestation innerhalb von rund 30 Minuten wieder bei 80 Prozent ihrer Kapazität, die „Strom-Rechnung“ wird vom  Konto des Karten-Nutzers abgebucht.

Ob der i3 ein attraktives Auto ist, liegt im Auge des Betrachters. Für einen BMW ist er mit vier Metern Länge sehr kurz, mit 1,77 Metern eher schmal und mit 1,58 Metern recht hoch. Die Front trägt die markentypische Niere, die Außenhaut ist stets zweifarbig, da die Haube, das Dach und die Glasfläche der Heckklappe immer in Schwarz gehalten sind.

Ein Hingucker sind die unter diesem Glas eingebauten LED-Heckleuchten, ein Hingucker der ganz anderen Art die auf den geschmiedeten 19-Zoll-Felgen  sitzenden Bridgestone-Reifen. Denn die sind schmal, sehr schmal für ein Auto im Jahr 2013. Dimension 155/70  - da haben sogar die meisten Motorräder der Marke BMW zumindest hinten breitere „Puschen“ zu bieten.

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  • Update:

    a)
    Das relevante Leergewicht (fahrfertig, mit 75 kg für Fahrer/in und Gepäck) beträgt in der Grundausstattung 1270 kg, zum Vergleich: Leaf 1520 kg, I-MiEV 1185 kg, ZOE 1468 kg

    b)
    Zur Schonung des Antriebes limitiert die Leistungselektronik beim „Anfahren“ das max. zur Verfügung stehende Drehmoment des AC-Motors.
    Außerdem greift die Antriebsschlupfregelung ein.
    Immer wieder zu lesende Passagen wie „dank des sofort zur Verfügung stehenden maximalen Drehmoments...“ sind nicht korrekt.

    c)
    Der i3 kostet ab 34950 EUR zzgl. Überführung, mit RE 39950 EUR

    Mit freundlichem Gruß
    Michael

  • Kein wirklicher Durchbruch,in den 60ern gab es bereits E-Busse, für den Stadtbereich wirklich gut. Das ganze Getöse mit den Akkus ist Spielerei und realitätsfremd.
    Mal schauen wie s Hyundai`s e-cell H2 SUV entwickelt. Verspricht gute Reichweiten und ist sauber, zumindest wo er fährt. Nachteil, noch zu teuer und kaum Tankstellen.

  • @ MrGreen13
    Meine Arbeitskollege sagt auch immer "Interessant!". Er ist halt höflich und will wirklich sagen: "Was für ein Quatsch!". Siehe i3. So macht man Autofahren komplex. Warum, wenn es auch einfacher und wesentlich günstiger geht?

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