Immer mehr Käufer suchen individuelle Fahrzeuge
Lamborghini-Optik ab 60 000 Euro

In Polen entstehen immer mehr Auto-Manufakturen, die begehrte Fahrzeugklassiker aus dem Westen täuschend echt und billig nachbauen. Obwohl die Repliken-Hersteller sich auf rechtlich schwierigem Terrain bewegen, konnte den Tatendrang der polnischen Auto-Tüftler bislang auch ein Karlsruher Grundsatzurteil nicht stoppen.
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Adam Miller fährt einen VW Käfer, Baujahr 1965. Zum Starten lässt er das betagte Gefährt, dessen blauer Originallack stellenweise noch zu erahnen ist, rückwärts von der Garagenauffahrt rollen. "Moderne Autos langweilen mich", so der Warschauer, und deutet abschätzig auf die Nachbarschaft. Vor den Einfamilienhäusern hier am Rand der Hauptstadt parken die Lieblingsmodelle des polnischen Mittelstands: BMW, Volvo, Toyota. So repräsentativ und so groß wie möglich.

"Das Gefühl für Maschinen und Technik habe ich von meinem Vater", sagt Adam Miller. Sein Vater war Rennfahrer. Adam Miller ist gelernter Klempner und studierter Heilpädagoge und arbeitet jetzt als Landschaftsmaler. Und im Nebenjob baut er alte Autos nach.

Zwischen Gartengeräten, Kinderfahrrädern und ausrangierten Möbeln steht in seiner Garage das 1:1-Modell eines Porsche 356 Cabriolet aus Fiberglas.

Adam Miller hält die Konstruktionspläne und ein Spielzeug-Modell des 1948 auf Basis des VW Käfers entwickelten Roadsters hoch. "Zur Herstellung des Modells habe ich drei Wochen gebraucht. Der erste richtige Wagen wird Ende des Jahres fertig sein."

Adam Miller ist kein Einzelfall. In Polen entstehen derzeit reihenweise Auto-Manufakturen. J.A.K. in Kattowitz baut Alfa-Romeo-Modellen aus den Dreißigerjahren nachempfundene Sportwagen mit dem Namen Nestor. Chefkonstrukteur Jan Kwiatkowski zufolge sollen in diesem Jahr 30 Exemplare verkauft werden.

Die Firma Bojar aus Breslau startet vorsichtiger. Bisher hat sie vier Replikate des Ferrari F50 und zwei des Lamborghini Murcielago gebaut. Bauzeit: zwei Jahre. Der Lamborghini-Nachbau heißt El Torro SV8. Von der Vorlage unterscheidet er sich vor allem durch seinen Motor (einen Audi V8). Und den Preis. Für perfekte Lamborghini-Optik, 340 PS und übliche Extras wie Satelliten-Navigation und Klimaanlage muss die Kundschaft - meist Deutsche - bei Bojar nur 60 000 Euro hinblättern. Fünfmal weniger als für das Original.

Kirkham Motorsports im südostpolnischen Mielec lässt den legendären Ford Cobra wieder auferstehen. Das von zwei amerikanischen Brüdern Mitte der Neunzigerjahre gegründete Unternehmen produziert auf dem Gelände und mit der Belegschaft eines ehemaligen MiG-Flugzeugwerks. Die Jahresproduktion liegt inzwischen bei etwa 100 Fahrzeugen und geht zu 90 Prozent in die Vereinigten Staaten.

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