In 6,4 Sekunden auf Tempo 100
Audi Q7 4.2 TDI: Nobel-SUV mit Sportwagen-Fahrwerten

Der neue Audi Q7 4.2 TDI markiert mit 326 PS die Diesel-Leistungsspitze im SUV-Segment. Das sieht man ihm nicht sofort an: Der stärkste Diesel-Q7 unterscheidet sich von außen kaum von den drei Benzin-Verwandten und dem Dreiliter-Selbstzünder-Bruder.

dpa-infocom HAAR. Trotz seiner Größe - er ist immerhin 5,08 Meter lang, 1,93 Meter breit und 1,77 Meter hoch - ist der Ingolstädter wohl proportioniert und wirkt spritzig. Dazu tragen auch die Dachreling und auffällige Alu-Felgen in 18 Zoll Größe bei. Hinter dem großen Grill verbirgt sich das eigentliche Novum: der V8- Diesel. Die 4,2-Liter-Maschine ist bereits aus dem Audi A8 bekannt und wurde an den Q7 angepasst. Der Achtzylinder ist ein Mitglied der neuen V-Motorenfamilie von Audi und verfügt damit über einen mehrstufigen, wartungsfreien Kettenantrieb für die vier Nockenwellen und die Nebenaggregate. Das Kurbelgehäuse besteht aus so genanntem Vermikular-Graphitguss. Bei diesem Hightech-Werkstoff ist der Kohlenstoff in Lamellenform eingelagert. Das soll nicht nur eine hohe Stabilität bringen, sondern auch das Gewicht niedrig halten. In die Commonrail-Einspritzanlage sind kleine und leichte Piezo-Inline-Injektoren integriert. Sie schalten schnell und präzise und liefern pro Arbeitstakt bis zu fünf Einspritzungen mit 1 600 bar.

Umfangreiche Serienausstattung

Auch bei der Ausstattung nimmt der Q7 4.2 einen der vorderen Plätze ein. Der Innenraum wird dem Anspruch an ein Nobel-SUV gerecht. Die bequemen Ledersessel bieten genügend Seitenhalt. Die Lederausstattung gehört ebenso zur Serienausstattung wie das Bediensystem MMI. Von der SUV-typisch erhöhten Position aus wird der Q7 mittels Tastendruck gestartet. Der Motor klingt sehr leise und souverän. Dass hier ein Selbstzünder seinen Dienst tut, ist innen nicht zu hören. Ein unterdrücktes Fauchen beim Hochdrehen spricht hingegen von jeder Menge Kraft, die heraus will. Bereits kurz nach dem Anfahren entwickelt der V8 einen überaus druckvollen Vortrieb. Dafür sind die zwei Abgasturbolader mit großen Ladeluftkühlern verantwortlich: Ihre elektrisch verstellbare Turbinengeometrie sorgt für viel Dampf von unten raus. Von 1 800 bis 2 500 Umdrehungen werden satte 760 Newtonmeter auf die Kurbelwelle geschickt. Bei 3 750 Touren leistet der V8-Motor 326 PS.

Von null auf 100 km/h spurtet das SUV in kurzen 6,4 Sekunden und erreicht eine Spitze von 236 km/h. Den Verbrauch beziffert der Hersteller mit 11,1 Litern auf 100 Kilometer. Wer allerdings die volle Leistung häufig abruft, kann diese Zahl leicht um zwei oder drei Liter toppen.

Sanfte Sechsstufen-Tiptronic

Ab Werk verfügt der große Diesel über die Sechsstufen-Automatik Tiptronic. Das Getriebe wechselt sanft die Stufen und passt sich dem jeweiligen Fahrstil an. Doch es geht agiler: Im Sportmodus wird schneller und später geschaltet. Wer will, kann auch am Hebel oder an den optionalen Wippen am Lenkrad selbst Hand anlegen.

Die Straßenlage des Q7 ist hervorragend und eher mit einem PKW als mit einem SUV zu vergleichen. In Kurven wankt der große Ingolstädter nur wenig. Im Grundpreis inbegriffen ist die so genannte Adaptive Air Suspension. Das ist ein Fahrwerkssystem aus Luftfederung und elektronisch geregelter Dämpfung mit dynamischer Wankstabilisierung. Auf Knopfdruck am MMI-System in der Mittelkonsole kann man wählen, ob der straffe oder komfortabel gefederten Unterbau gewünscht wird.

Permanenter Allradantrieb

Zur guten Traktion trägt der permanente Allradantrieb quattro bei. Wie alle Q7 besitzt auch der 4.2 TDI ein selbstsperrendes Mittendifferenzial. Bei normaler Fahrt schickt es die Antriebskraft im Verhältnis von 40 zu 60 auf die Vorder- und Hinterachse. Lässt auf losem Untergrund an einer Achse der Grip nach, wird die Kraft automatisch zu den Rädern mit der besseren Bodenhaftung geschickt. Das geschieht vom Fahrer unbemerkt und blitzschnell.

Für 70 500 Euro ist der Q7 4.2 TDI zu haben. Neben der bereits erwähnten Ausstattung sind Sitzheizungen, der Bordcomputer und der elektrische Schließmechanismus für die Heckklappe an Bord.

Fazit: Wer sich den derzeit stärksten Luxus-Diesel-SUV zulegt, bekommt einen bequemen, geräumigen Wagen mit Sportwagen-Fahrwerten und SUV-Qualitäten wie der erhöhten Sitzposition. Auch die gute Serienausstattung mit dem permanenten Allradantrieb, der Luftfederung und die Sechsstufen-Automatik stehen auf der Haben-Seite.

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