In den Sechzigern ein Schreck braver Limousinen-Lenker
Als „TT“ noch NSU bedeutete

Wer heute TT sagt, meint Audi. Seit der Autobauer in Ingolstadt Ende der 90er Jahre die erste Generation des sportlichen Coupés auf den Markt brachte, hat sich diese Buchstabenkombination zum bekannten Markenzeichen entwickelt. Vergessen wird meist, warum der Audi mit dem doppelten T geschmückt wurde.

dpa/tmn NECKARSULM. Das sollte an ein Auto erinnern, das heute nur noch in den Köpfen echter Enthusiasten präsent ist: den sportlichen Kleinwagen NSU TT und dessen noch sportlicheren Ableger TTS. Die Marke NSU ist heute im Straßenverkehr bestenfalls noch auf den Rahmen von Fahrrädern präsent. Dahinter verbirgt sich jedoch die Geschichte eines Unternehmens, das einst als weltgrößter Hersteller von Motorrädern galt. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg versuchte man es zunächst damit, stieg 1957 aber wieder in das Geschäft mit den vierrädrigen Fahrzeugen ein. 1961 sorgte NSU auf eher peinliche Art für Aufsehen: Als in jenem Jahr das Modell Prinz vier präsentiert wurde, erinnerte seine Form stark an einen zu heißen gewaschenen Chevrolet Corvair aus den USA.

Trotz Kritik und Plagiatsvorwürfen ließ man sich nicht von der Form abbringen und stellte 1963 auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt/Main den Prinz 1 000 vor. Im Heck röhrte der luftgekühlte Vierzylinder-Motor vernehmlich, auch galt der Fahrkomfort nicht als Maßstab der Klasse. Die Tester lobten jedoch Fahrsicherheit und Fahrverhalten.

Ende 1964 wurde eine Version des Prinz vorgestellt, der die Entwickler das doppelte T als Merkmal verpasst hatten. Das wiederum war nicht irgendein der Fantasie entsprungenes Buchstabengebilde. Vielmehr stand TT für „Tourist Trophy“ und damit für ein berühmtes Motorradrennen - so ganz hatte man die Erfolge aus dem Motorradbau noch nicht vergessen.

Zwar klingt die Motorleistung von 40 kW/55 PS nicht spektakulär. Tatsächlich aber bildete sie mit dem Fahrzeuggewicht von 680 Kilogramm eine dynamische Kombination. Das Auto mauserte sich zum Schreck braver Limousinen-Lenker, die bald wussten, was es bedeutete, wenn die charakteristischen Doppelscheinwerfer im Rückspiegel auftauchten. Immerhin waren die möglichen 150 Stundenkilometer etwas, das sonst nur stärker motorisierten Autos vorbehalten war.

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Bildergalerie: NSU TT: Kleiner Hecktriebler mit treuer Fangemeinde

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