In der Länge gewachsen - Schlüssellos öffnen und starten
Ford Focus im Test: Frischer Wind in der Kompakt-Klasse

Mit dem neuen Focus schickt Ford als Dritter der Volumenhersteller seinen auf den neuesten Stand gebrachten Kompaktwagen ins Rennen. Am 13. November 2004 rollen die ersten Drei- und Fünftürer zu den Händlern. Das Kombi-Modell Turnier soll ein wenig später in 2004 folgen. Wir haben den neuen Focus bereits jetzt gefahren.

Haar (dpa-infocom) - Mit dem neuen Focus schickt Ford als Dritter der Volumenhersteller seinen auf den neuesten Stand gebrachten Kompaktwagen ins Rennen. Am 13. November 2004 rollen die ersten Drei- und Fünftürer zu den Händlern,

Das Kombi-Modell Turnier soll ein wenig später in 2004 folgen. Wir haben den neuen Focus bereits jetzt gefahren.

In der Länge gewachsen

Der Focus wurde grundlegend überarbeitet. Mit einer Länge von nun 4,34 Metern ist der Neue um 17 Zentimeter gewachsen. Er wirkt eleganter und gestreckter als der Vorgänger. „New Edge ist immer noch die Grundphilosophie“, erklärt Chris Bird, Designchef von Ford Europa: Zwar erscheint der kompakte Newcomer kantengeglättet, aber besonders im Frontbereich gibt es klar konturierte Formen. Das Gesicht des Focus weist eindeutig darauf hin, dass er ein Bruder vom Minivan Focus C-Max ist.

Schlüssellos öffnen und starten

Ein weiteres Detail fällt beim Griff zum Zündschlüssel auf: Es gibt keinen Ford-Nagel mehr, sondern wieder einen herkömmlichen Schlüssel. Gegen Aufpreis ist ab der Linie Sport auch ein schlüsselloses System zum Schließen des Wagens und Starten des Motors zu haben. Vorteil: Der Focus öffnet sich, ohne den Schlüssel aus der Tasche fummeln zu müssen.

Klassisches Cockpit

Das Cockpit wurde grundlegend überarbeitet und hat damit wesentlich an Attraktivität gewonnen. Die Armaturentafel ist klarer strukturiert: Hinterm Lenkrad sind vier runde Instrumente, links und rechts davon auf gleicher Höhe die Luftdüsen und in der Mittelkonsole gibt es alles, was man dort an Schaltern und Knöpfen sucht. Viele Ausstattungs-Extras möglich Die Liste der Mehrausstattungen ist lang: So findet sich beispielsweise ein DVD-Navigationssystem mit Sieben- Zoll-Touchscreen-Display, ein MP3-fähiges CD-Radio, eine Bluetooth- Schnittstelle fürs Telefon oder eine Zweizonen-Klimaautomatik.

Benziner: Akzeptabel

Wir haben zunächst die zwei stärksten der sechs lieferbaren Motoren ausprobiert: den 145 PS starken Zweiliter-Benziner und den Zweiliter- Turbodiesel mit 136 PS. Der Top-Benziner könnte von unten heraus und gerade im mittleren Drehzahlbereich ruhig ein wenig mehr Durchzugskraft haben. Dennoch: 9,2 Sekunden für den Sprint auf Tempo 100 und eine Spitze von 206 km/h (Werksangaben für Drei- und Fünftürer) sind akzeptable Werte.

Diesel mit Kraft

Der 136-PS-Turbodiesel hat jede Menge Kraft, die schnell bereit steht. Das maximale Drehmoment von 320 Newtonmetern liegt bei 2000 Umdrehungen an. Die in unteren und mittleren Touren überaus druckvolle Maschine schickt den Focus in 9,3 Sekunden auf den Hunderter-Strich, bei 203 km/h ist die Höchstgeschwindigkeit erreicht. CVT für den 1,6-Liter-Diesel Der Ottomotor wird in Verbindung mit einer Fünfgang-Schaltung angeboten, eine Automatik gibt's nur für den 1,6-Liter-Benziner. Ein Sechsgang-Getriebe kann für den Zweiliter-Diesel geordert werden. Für den 1,6-Liter- Selbstzünder steht zudem ein neu entwickeltes CVT-Getriebe zu Verfügung.

Exakte Lenkung, knackige Schaltung

Die geschwindigkeitsabhängige, elektrohydraulische Servolenkung arbeitet leichtgängig und exakt, dürfte aber für eine ambitionierte Fahrweise noch einen Deut direkter sein. Vorbildlich lassen sich die Schaltgetriebe bedienen: Die Gänge sowohl in der Fünf- als auch der Sechsgangbox sind knackig und auf kurzen Wegen wechselbar.

Satte Straßenlage

Besondere Erwähnung verdient das Fahrwerk. In puncto Fahrverhalten gibt es beim neuen Focus kaum etwas auszusetzen. Im Vergleich zum Vorgänger wurde der Unterbau des kompakten Ford in vielen Details verbessert. Die satte und dennoch komfortable Straßenlage resultiert auch aus dem Umstand, dass der Radstand um 25 Millimeter verlängert wurde und die Spur um 40 Millimeter in die Breite wuchs. Im neuen Focus kann man recht sportlich unterwegs sein. In schnell gefahrenen Kurven neigt der Ford zum Untersteuern. Das serienmäßige ESP greift allerdings sehr zeitig ein, um den Wagen sicher auf der Straße zu halten.

Preis beginnt bei 14 375 Euro

Der neue Focus ist als Dreitürer mit dem 80 PS starken 1,4-Liter- Ottomotor für 14 375 Euro zu haben, als Fünftürer mit dem gleichen Motor kostet er 15 175 Euro. Das macht ihn, wenn auch knapp, zum billigsten im Vergleich zur Konkurrenz aus Wolfsburg und Rüsselsheim. Der Opel Astra Fünftürer steht mit 90 PS starkem 1,4-Liter- Benzinmotor für 15 200 Euro in der Liste. Der dreitürige Golf 1.4 mit 75 PS schlägt mit 15 220 Euro zu Buche.

Kurvenlicht mit Halogenlampen

Zu den innovativen, optionalen Ausstattungsdetails für den Focus gehört neben dem erwähnten Schlüssellos-System auch ein adaptives Kurvenlicht (AFL). Anders als beim Konkurrenten Opel ist dieses allerdings an preiswerte Halogenscheinwerfer gekoppelt und kostet 360 Euro. Opel verbindet das AFL mit Bi-Xenon und verlangt insgesamt 1 150 Euro. Für den VW wird mitlenkendes Licht noch nicht angeboten.

Fazit: Größer, eleganter, besser

Der neue Focus ist größer und noch besser geworden. Dennoch hat er sein vertrautes Gesicht nicht verloren und einen nicht so gravierenden Generationswechsel durchgemacht wie beispielsweise der Opel Astra. Das hat dem Ford nicht geschadet: Seine bewährte Form ist eleganter geworden.

Besonders gewonnen hat der neue Innenraum, der nun nicht mehr so verspielt designt ist wie beim Vorgänger. Durch die neue Optik gewinnt der Arbeitsplatz des Fahrers auch an Funktionalität. Lob verdient auch das Fahrwerk. Es verleiht dem Ford ein gleichermaßen komfortables, sicheres und sportliches Fahrverhalten. Doch auch der Preis könnte den neuen Focus zum gefährlichen Gegner für seine Mitbewerber werden lassen.

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