Infrarot-Warnsystem
Sensor verhindert Auffahrunfälle

Mehr Sicherheit im Stadtverkehr – das verspricht ein neuer optischer Sensor. Das Gerät erkennt, wenn sich das Auto zu schnell dem vorausfahrenden Fahrzeug nähert und greift bei Gefahr aktiv in den Bremsprozess ein. Da die Technik billiger ist als bisherige Warnsysteme, könnte es erstmals auch in Kleinwagen zum Einsatz kommen.

DÜSSELDORF. Im Idealfall kann eine Kollision verhindert oder zumindest entschärft werden. Da die Technik des Automobilzulieferers Continental Automotive System billiger ist als bisherige Abstandsensoren mit Laser und Radar, könnte das neue Assistenzsystem erstmals auch in Kleinwagen eingebaut werden. Der Automobilzulieferer hat das System zusammen mit einem europäischen Automobilhersteller zur Serienreife entwickelt. Es soll 2008 in einem Neufahrzeug auf den Markt kommen.

Gegenwärtig geraten Automobilhersteller verstärkt in die Pflicht, Sicherheitstechnik in die Neuwagen zu integrieren. Schließlich ist es das erklärte Ziel der EU-Kommissarin Viviane Reding, die Zahl der Verkehrstoten von heute 40 000 bis zum Jahr 2010 auf 25 000 zu reduzieren. Die meisten Unfälle passieren innerorts. Der Stadtverkehr ist mit ständigen Spurwechseln, mit Einmündungen und Ampeln sowie dem dichten Nebeneinander von Autos, Bussen, Motorrädern, Radfahrern und Fußgängern eine Herausforderung für Fahrer – und besonders riskant.

Das so genannte Closing Velocity Sensorsystem könnte zumindest viele Auffahrunfälle abwenden, glauben seine Entwickler. Ein Infrarotsensor überwacht den Bereich vor dem Fahrzeug bis zu einer Entfernung von etwa zehn Metern – und das in drei Richtungen: links, rechts und geradeaus. Treffen die Infrarotstrahlen auf ein Objekt vor dem Fahrzeug, werden sie reflektiert.

Die Sende- und Empfangseinheit im Bereich des Innenspiegels errechnet aus den Signalen nun den Abstand zum Vordermann und die Annäherungsgeschwindigkeit. Verkürzt sich der Abstand so schnell, dass ein Auffahrunfall droht, werden die Bremsen in Alarmbereitschaft versetzt. Im Bremssystem wird so viel Druck aufgebaut, dass die Bremsen sofort ansprechen, wenn der Fahrer das Bremspedal betätigt. Tut er dies mit zu wenig Nachdruck, hilft der Bremsassistent nach und baut automatisch einen höheren Druck auf. Geht der Fahrer nicht vom Gas, bremst das Precrash-System den Wagen vorsichtig automatisch ab. Zusätzlich kann das System so verdrahtet werden, dass während des Bremsvorgangs die Sicherheitsgurte gestrafft werden.

„Tests haben gezeigt, dass bei einem Auto, das mit bis zu 35 Stundenkilometer auf ein Hindernis zufährt, durch alle diese Maßnahmen ein Auffahrunfall verhindert werden kann“, sagt Conti-Sicherheitsexperte Thomas Görnig. Fährt das Fahrzeug schneller, könne zwar eine Kollision nicht mehr verhindert werden, aber die Unfallfolgen seien geringer.

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