Innen geräumig und vornehm
Opel Insignia: Neuer Anlauf auf die Mitte

Opel nimmt einen neuen Anlauf in der Mittelklasse: Nachdem die Hessen mit dem biederen Vectra zuletzt arg ins Hintertreffen geraten waren und selbst Importmodelle ziehen lassen mussten, wollen sie nun die Parkplätze von Familienvätern und Firmenfahrern zurückerobern.

dpa-infocom HAMBURG. Dafür bekommt das neue Flaggschiff nicht nur ein neues Format, ein neues Design und viel neue Technik, sondern auch einen neuen Namen: Insignia. Nur der Preis bleibt zum Start am 22. November fast der alte und legt nur um 200 auf 22 700 Euro zu. Den Aufbruch zu neuen Ufer sieht man dem Insignia auf Anhieb an. Denn viel mehr als das Markenzeichen gibt es nicht, was an den Vorgänger erinnert - und selbst das haben die Designer neu gestaltet. Aus dem Langweiler ist so ein Blickfang geworden, der mit viel Chrom und noch mehr Muskeln, einer sichelförmigen Sicke auf der Flanke und einer schlanken Silhouette wieder Charakter zeigt. Mit dem hakenförmigen LED-Tagfahrlicht ist der Insignia schon von weitem zu erkennen.

Auch der Innenraum zeugt vom neuen Anspruch: Die Formen haben einen frischen Schwung, und die Materialauswahl ist eine Klasse besser als früher. Wo auch immer man den Insignia berührt: Er fühlt sich einfach gut an. Außerdem hat Opel die Liebe zum Detail entdeckt. Das Bedienfeld für Navigation und Klimaanlage schwebt förmlich auf der Mittelkonsole, wichtige Schalter ziert ein feiner Ring aus Chrom, und das Armaturenbrett läuft nun bis in die Türen und schließt die Gäste in der ersten Reihe ein wie eine warmherzige Umarmung.

Der Kombi ist erst fürs Frühjahr geplant

Weil Opel zudem neues Gestühl mit überdurchschnittlich weitem Verstellbereich montiert, findet im Insignia wirklich jeder eine bequeme Sitzposition. Und weil das neue Spitzenmodell um mehr als 20 Zentimeter auf 4,83 Meter gestreckt wurde, bietet es auch spürbar mehr Platz. Vorn reist man deshalb kommod wie in der Oberklasse, im Fond können auch Erwachsene bequem auf Reisen gehen, und der Kofferraum fasst 500 Liter. Wem das zu wenig ist oder der Abschluss von Limousine und Fünftürer nicht gefällt, der muss noch etwas warten: Bald folgt für 1 290 Euro Aufpreis auch wieder ein Kombi.

Da Opel möglichst viele Geschmäcker treffen muss, ist die Motorenauswahl größer als bei den meisten Konkurrenten. Zum Start stehen sieben, und bis zum Sommer gar neun Aggregate auf dem Plan: fünf Benziner mit 85 kW/115 PS bis 191 kW/260 PS und vier Diesel, die ein Spektrum von 81 kW/110 PS bis 118 kW/160 PS abdecken. Einer der interessantesten Motoren ist der 162 kW/220 PS-Benziner. Dank seines Turbos bietet er mit vier Zylindern die Fahrleistungen und vor allem die Laufkultur eines V6-Antriebs. Denn immerhin bringt er es auf 350 Newtonmeter Drehmoment.

Flott und präzise, aber nicht gerade sparsam

Wer schnell die sechs Gänge raufschaltet, erreicht in 7,7 Sekunden Tempo 100 und fährt mit maximal 240 Kilometern pro Stunde über die linke Spur. Natürlich ist dieser Insignia kein Sparmodell. Doch gut neun Liter sind für die Klasse nicht schlecht - zumal Opel erstmals Allradantrieb anbietet, um die Kraft besser zu übertragen. Dabei hilft dem Insignia auch ein grundsolides Fahrwerk, das sehr präzise wirkt. Egal ob gemütlich oder forciert - wie auch immer man den Opel bewegt, er reagiert so, wie man es von ihm erwartet. Steigern lässt sich das Vergnügen mit dem Fahrwerkssystem Flexride, mit dem man Federung und Lenkung variieren kann. Was fehlt, ist moderne Spritspartechnik. Zwar reicht Opel im Frühjahr eine Ecoflex-Version nach, die unter 5,3 Liter (CO2-Ausstoß: 140 g/km) bleibt. Doch nutzen die Ingenieure dort die klassischen Kunstgriffe wie Leichtlaufreifen und optimierte Aerodynamik. Ein Start-Stopp-System oder Bremsenergie-Rückgewinnung wird es erst später geben.

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