Innovatives Konzept
Ein Lokschuppen wird zum Autohaus

Düsseldorf ist um eine Attraktion reicher. Ein cleverer Investor hat aus dem denkmalgeschütztem Ringlokschuppe im Stadtteil Wersten einen Treffpunkt für Freunde historischer Automobile gemacht. Mit dem „Meilenwerk“ verdient sein Initiator gut.

DÜSSELDORF. Gut 65 000 Autobegeisterte kamen am zweiten Septemberwochenende zur Eröffnung des Oldtimer-Forums „Meilenwerk“ nach Düsseldorf. Darunter 5 000 Besucher, die den sanierten, denkmalgeschützten ehemaligen Ringlokschuppen an der Harffstraße im Stadtteil Wersten gleich im eigenen automobilen Klassiker ansteuerten.

Die große Resonanz übertraf offenbar alle Erwartungen. „Solche Besucherzahlen sind in der Szene nur noch mit der Oldtimer-Messe Techno Classica in Essen und dem Oldtimer-Grand-Prix zu vergleichen“, begeistert sich Meilenwerk-Erfinder Martin Halder über den öffentlichen Zuspruch. Doch nun beginnt der Alltag, und es muss sich zeigen, ob das 15 Millionen Euro teure Projekt der Berliner Insignium Gebaute Marken GmbH auch in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt dauerhaft erfolgreich sein wird.

„Forum für Fahrkultur“ nennt Immobilienökonom Halder seine Idee, mit der er bereits 2003 in Berlin an den Start ging. „Ausgangspunkt war die eher akademische Frage, ob und wie sich Immobilien-Projektentwickler heutzutage neue Marktpotenziale erschließen können“, erinnert sich Halder. Denn der Bedarf an „rein rationalen Immobilien“, sprich Büro-, Einzelhandels-, Lager oder Wohngebäuden, sei weitgehend gedeckt, die Märkte zunehmend ausgelastet. Gefragt seien daher alternative Nutzungskonzepte, speziell zugeschnitten auf eindeutig definierte Zielgruppen.

„Themenimmobilie“ oder „Third-Place-Immobilie“ nennt man in der Fachsprache das in Stein gebaute Ergebnis einer simplen soziologischen Beobachtung. Menschen, vor allem Städter, erklärt Halder das Phänomen, suchten „kleine Fluchten aus dem Alltag“, Erlebnisse auch jenseits des Jahresurlaubs. Dafür einen Raum zu schaffen, einen dritten Ort neben Wohnung und Arbeitsplatz, sei deshalb womöglich nicht nur eine interessante Aufgabe, sondern auch ein lohnendes Geschäft, so das Kalkül des Berliners. Und weil er selbst ein Fan alter Autos ist, lag die Idee nahe, ein Konzept für Gleichgesinnte zu kreieren.

Das Meilenwerk bündelt Angebote für Oldtimer-Besitzer und -Begeisterte. Eines der wichtigsten Bestandteile des Konzepts sind die so genannten Einstellboxen. Hier können Eigentümer ihre zumeist wertvollen Sammlerstücke sicher unterstellen, müssen sie aber nicht verstecken: Die offenen Garagenabteile werden so auch zum Anziehungspunkt für Besucher. Zudem stehen Flächen für spezialisierte Werkstatt-Betriebe, Oldtimer-Händler und Zubehör-Anbieter zur Verfügung. In Düsseldorf haben sich sogar ein KfZ-Sachverständiger und ein Fachanwalt für Verkehrsrecht im Meilenwerk eingemietet. Ein Bistro und ein Restaurant der gehobenen Klasse sowie Eventflächen, Tagungs- und Veranstaltungsräume etwa für Oldtimer-Clubs sind überdies integraler Bestandteil des Mietermixes.

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