Interview zu Auto-Bediensystemen
Simplexität ist das Gebot der Zukunft

Vier Fragen zum Thema Bediensysteme im Auto an Professor Lutz Fügener von der Design-Hochschule Pforzheim.
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BraunauWie sollen ideale Bediensysteme aus Design-Sicht konzipiert sein?

Das Problem liegt in der Natur der Sache, da – durchaus auf Kundenwunsch – oft versucht wird, auch im Auto eine Fülle von Kommunikationsmöglichkeiten anzubieten. Allerdings überfordert eine komplexe Bedienführung den Fahrer, der ja zeitgleich ein Auto steuern muss, sehr schnell. Im Grund genommen sind den Kommunikationsanwendungen im Auto enge Grenzen gesetzt.

Was sollte bei der Farbwahl und bei der Größe bzw. Positionierung von Symbolen beachtet werden?

Es ist wichtig, dass eine Selektion sattfindet: Die Konzentration darf immer nur auf eine Frage gerichtet sein – und diese muss auch visuell im Brennpunkt stehen. Ideal sind Head-up-Displays, bei denen der Fahrer seinen Blick nicht von der für ihn wichtigen Straße wenden muss. Das Teilen der Aufmerksamkeit ist hoch gefährlich!

Wie können die multimodalen Fähigkeiten der Menschen stärker berücksichtigt werden?

Eigentlich muss man nicht die Fähigkeiten berücksichtigen, sondern die Unfähigkeiten. Wie intensiv ist die Aufmerksamkeit des Menschen schon in Benutzung, wie viel Reserve steht noch zur Verfügung – dies ist entscheidend. Nicht das Optimum, sondern das sichere Minimum erreichen zu wollen, ist die richtige Herangehensweise.

Wie sieht für Sie das ideale Bedienkonzept der Zukunft aus?

Einfach und simpel. Bedienelemente, die ich nicht brauche, sollten nicht zu sehen sein. Ein komplexes visuelles Feedback, bei dem ständig wechselnde Menüs abgeglichen werden müssen, sollten vermieden werden. Die wichtigen Aspekte sind Einfachheit, Eindeutigkeit, Simplizität oder – wie man heute sagt – Simplexität. Also einen komplexen Vorgang auf sehr simple Zeichen und Vorgänge reduzieren. Das ist das Gebot der Zukunft

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