Jaguar XK Coupé
Kunst auf Rädern

Ein Oldtimer ist ein Kunstwerk. Andreas Rumbler, Geschäftsführer des Auktionshauses Christie's in Deutschland, testet das Jaguar XK Coupé und hat es schätzen gelernt. Sein Fazit: So ein Auto kann man nur aus emotionalen Gesichtspunkten kaufen; zum Verkaufen ist es viel zu schade. Eine Testfahrt im Jaguar XK Coupé.

HB. Ich betrachte Sportwagen wie eine Skulptur. Die meiste Zeit steht ein Auto ja, also sollte ein schneller Wagen auch im Stand schnell aussehen. Das tut der Jaguar. Durch die lange Schnauze wirkt der Wagen gestreckt wie eine Raubkatze mitten im Sprung. Obwohl der Jaguar dynamischer geworden ist, bleibt die typische elegante Optik erhalten. Daran ändern übrigens auch die breiten Reifen nichts.

Zunächst schien er mir dadurch nämlich ein wenig zu kräftig, aber je länger ich ihn betrachte, desto besser gefällt mir die Linie. Jaguar steht für eine klare, schlanke Form, etwa im Gegensatz zu den bulligen Modellen von Aston Martin. Und diese Linie finde ich auch beim aktuellen Modell wieder. Das Dach wird nach hinten schmaler, die Seitenansicht gefällt mir sehr. Da können nur wenige Autos mithalten, der neue Maserati Gran Tourismo zum Beispiel ist ebenfalls sensationell.

Die Farbe ist allerdings nicht mein Fall, das Hellblau betont zwar die Silhouette, ist mir persönlich aber zu weich. Rot geht bei einem Jaguar übrigens gar nicht, so eine Signalfarbe passt einfach nicht zum Understatement eines englischen Autos. Mein erstes Auto, der VW Käfer meiner Großmutter, war knallrot. Ich würde den Jaguar in der klassischen Kombination wählen, den Lack in britischem Racing-Green und im Innenraum mit kräftigem, sandfarbenem Leder. Genau in der Kombination steht das Vorgängermodell als Cabrio in meiner Garage. So ein Auto kauft man überwiegend aus emotionalen Gründen, weil einem der Stil zusagt. Ein Oldtimer ist ein Kunstwerk."

Der Geschäftsführer der deutschen Dependance des Auktionshauses Christie's hat schon reichlich Kunst gesehen und unter den Hammer gebracht. Der Experte für impressionistische und moderne Kunst tritt regelmäßig selbst als Auktionator auf die Bühne. Vorläufiges Highlight: Das Gemälde "Zwei Liebespaare" des Kölner Malers Gerhard Richter erzielte bei einer Auktion in London Anfang Februar 7,3 Millionen britische Pfund, umgerechnet fast 9,8 Millionen Euro. Das ist Rekord in der Kategorie "Werke noch lebender deutscher Maler". Rumbler hat das Geschäft von der Pike auf gelernt, elf Jahre hat er in London in der Christie's-Zentrale verbracht. Dort hat der ehemalige Student der Kunstgeschichte Kunden an der Rezeption schonend beigebracht, dass Omas Erbstück leider kein Sensationsfund ist, und sich nebenbei in Nischenmärkte für Teppiche oder Porzellan eingearbeitet.

"Der alte XK ist weich ausgelegt, das Fahrwerk animiert eher zum Cruisen als zum zügigen Fahren. Das ist bei dem neuen Modell anders: Der Wagen liegt auch bei schärferer Gangart straff auf der Straße, die Lenkung spricht sehr direkt an. Und man ist leicht 20 km/h zu schnell unterwegs, weil der Jaguar im Innenraum wirklich sehr leise ist, man bekommt von den Fahrgeräuschen so gut wie gar nichts mit. Nur der Motor ist auf Wunsch gut zu hören, ab 4 000 Touren faucht der Jaguar vernehmlich.

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