Jeep Compass
Einstiegs-Wegweiser mit Mercedes-Diesel

2009 wurde er ein Opfer der Chrysler-Krise und vom deutschen Markt genommen. Jetzt hat Fiat das Sagen beim US-Autohersteller und bringt den Jeep Compass Anfang Juni wieder zurück.
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DüsseldorfEs war schon traurig, als das Zwillingspaar Compass und Patriot auseinandergerissen wurde, aber in den ersten sechs Monaten des Jahres 2009 verkaufte sich der Compass in Deutschland nur gut 100 Mal. Das war natürlich viel zu wenig, der Compass musste gehen, allerdings überlebte der technisch baugleiche Patriot. Nun hat sich das Blatt gewendet, der Compass wurde mächtig überarbeitet und dient Jeep nun als alleiniges Einstiegsmodell unterhalb des neuen Grand Cherokee, der zu Preisen ab 42.300 Euro in den Schaufenstern der Händler steht. Dafür mussten sich der Patriot und der einfache Cherokee verabschieden. Somit ist der Compass der neue Wegweiser für die Jeep-Flotte. Die beiden Ausstattungsvarianten heißen nach wie vor Sport und Limited.

Der urbane Jeep, so nennt das Marketing den 4,45 Meter langen 1,5-Tonner, hat ein komplett neues Karosseriedesign bekommen. Hier fällt schon auf den ersten Blick die nahe Verwandtschaft zum Grand Cherokee auf. Alles wurde neu designt: die Motorhaube, die vorderen Kotflügeln, die Frontschürze, der chromverzierte Grill mit den traditionellen sieben Lüftungsschlitzen und die Scheinwerfer, deren starke Leistung jetzt von vier Reflektoren profitiert.

Auch das neue Heck wirkt deutlich moderner. Der Spoiler kommt in Wagenfarbe, die Heckleuchten haben LED und in der Ausstattungsvariante Limited glänzt zusätzlich eine breite Chromleiste unterhalb der Ladekante sowie ein verchromtes Auspuff-Endrohr. Das Dach ziert eine neue, schlankere Reling mit hellen Akzenten. Der Jeep Compass steht serienmäßig auf 17 Zoll großen Leichtmetallrädern bei den Sport-Modellen beziehungsweise 18 Zoll großen Leichtmetallrädern bei den Limited-Modellen.

Auch der Innenraum wurde deutlich aufgewertet. Die Oberflächen sind allesamt abgerundet, die verwendeten Materialien weicher. Man fühlt sich gleich wohl, auch wenn man als Fahrer beim Einstieg aufpassen sollte, um sich nicht das Knie an der nicht ganz so weichen Verkleidung unterhalb der Lenksäule zu stoßen. Aber mit etwas schmerzvoller Übung lässt sich auch das schnell lernen. Gut in der Hand liegt das neue Lenkrad mit integrierten Knöpfen und Schaltern für Radio, Tempomat und Mobiltelefon-Freisprecheinrichtung. Die neuen, ergonomisch geformten Sitze sind recht ordentlich. Bei den Sport-Modellen sind sie mit Stoff bezogen. Die Luxus-Ausstattung Limited verfügt serienmäßig über Lederbezüge, Fahrer- und Beifahrersitz sind dann auch beheizbar. Eine indirekte Beleuchtung für die in den Türen untergebrachten Bedienelemente der Fensterheber und Außenspiegel rundet die Komfortausstattung ab.

Serienmäßig sind Klimaanlage, elektrische Fensterheber, elektrisch einstellbare und beheizbare Außenspiegel. Die Cupholder sind sogar beleuchtet. Auch die umfangreiche und serienmäßige Sicherheitsausstattung des Compass überrascht. Sie enthält unter anderem Front- und Window-Airbags (Seiten-Airbags als Option), ein elektronisches Fahrstabilitätsprogramm, elektronische Überschlagsvermeidung und eine ganz hervorragende Berganfahr-Hilfe.

Vier Motoren stehen zur Wahl. Die beiden Benziner haben 115 kW/156 PS und 125 kW/170 PS. Der stärkere 2,4 Liter-Benziner hat ein maximales Drehmoment von 220 Newtonmeter. Der Vierzylinder verfügt über eine zweifach variable Steuerung der Ein- und Auslassventile (VVT). Serienmäßig ist ein Fünfgang-Schaltgetriebe angekoppelt. Der kombinierte Verbrauch liegt bei 8,1 Litern Super auf 100 Kilometer. Damit bietet der Jeep Compass 2.4 eine Reichweite von rund 630 Kilometern.

Komplett neu entwickelt wurde der 2,2 Liter-Turbodieselmotor, der den ruppigen und in die Jahre gekommenen 2,0-Liter-Pumpe-Düse-Diesel aus dem VW-Regal ersetzt. Der neue Selbstzünder ist jetzt in zwei Leistungsstufen von 100 kW/136 PS und 120 kW/163 PS zu haben und kommt von Mercedes. Dort werkelt er unter anderem in der aktuellen C-Klasse. In der 136-PS-Variante gibt es das Triebwerk nur mit Frontantrieb, in der 163-PS-Version nur mit Allradantrieb. Bei ersten Testfahrten machte der Compass mit dem stärkeren Diesel einen hervorragenden Eindruck. In dieser Kombination macht der neue Jeep Compass am meisten Spaß. Er ist durchzugskräftig, aber trotzdem nicht allzu laut. Der Testverbrauch lag nur unwesendlich höher, als der angegebene Normverbrauch von 6,6 Litern Diesel auf 100 Kilometer.

Datenblatt: Jeep Compass 2.2 CRD
Länge x Breite x Höhe (m): 4,45 x 1,81 x 1,66
Motor: Reihen-Vierzylindermotor mit Turbolader, 2.143 ccm
Leistung: 120 kW / 163 PS bei 3.600 - 4.200 U/min
Max. Drehmoment: 320 Nm bei 1.400 - 3.600 U/min
Durchschnittsverbrauch (nach EU-Norm): 6,6 l Diesel
CO2-Emissionen: 161 g/km (Euro 5)
Höchstgeschwindigkeit: 201 km/h
Beschleunigung von 0 auf 100 km/h: 10,6 Sekunden
Leergewicht / Zuladung: 1.605 kg / 470 kg
Kofferraumvolumen: 328 - 1.269 Liter
Basispreis: 29.400 Euro

Kommentare zu " Jeep Compass: Einstiegs-Wegweiser mit Mercedes-Diesel"

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  • Der Bericht ist meines Erachtens (sehr)gut,doch heißt das elektronische Stabilitätsprogramm ESP und nicht ESC,nicht wahr?

    Schönen Tag noch.

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