
Nach einer Irrfahrt durch die Kölner Innenstadt steht fest: Auf junge, vorzugsweise Rad fahrende Frauen Mitte 20 hat der große weiße Jeep mit dem massiven Chromgrill den gleichen Effekt, als wenn Captain Ahab den Riesenwal Moby Dick am Horizont sichten würde. Frei nach Hermann Melville: “Wal, da bläst er!” gibt es angesichts des voluminösen SUVs kein Halten mehr. Ein großer Geländewagen in der Stadt? Das geht offenbar gar nicht, böse Blicke sind garantiert.
Doch genauso wie in Melvilles Roman gilt: So viel Ärger hat “Moby Jeep”, also der Grand Cherokee eigentlich nicht verdient.
Gut: Hier, tief im Stadtviertel Deutz, eingekeilt zwischen Kinderwägen, Radfahrern und Lieferwagen ist sicherlich nicht der angestammte Lebensraum des Riesen-SUV. Wenn der Jeep mit seinen 2,3 Tonnen Leergewicht auf seinen 20-Zoll-Felgen durch enge Einbahnstraßen rollt und der Fahrer am Lenkrad kurbelt, erinnert der Cherokee tatsächlich eher an einen Wal, der sich mühsam durch eine Lagune schleppt.
Passt der Jeep Grand Cherokee in die Tiefgarage? Banger Blick zum Deckenhimmel. Am Ende geht alles gut. Aber viel Luft nach oben ist nicht mehr.
Die Idee, dem Stau mit einem Querfeldeinfahrt über den Acker zu entkommen, ist immer wieder genauso charmant wie großartig.
Warum man sich bei einem so großen Auto an der Heckklappe überhaupt den Kopf stoßen kann, sorgt für Kopfschütteln. Die Klappe geht einfach nicht weit genug auf.
Die dicke Mittelarmlehne will man so schnell nicht mehr missen. Bequemes Händchenhalten beim Autofahren ist beim Jeep kein Problem.
Kurzer Schreck nach dem Verlassen des Parkhauses: Haben wir alle Kinder mitgenommen?
Wobei sich im Cockpit dann auch noch eine unnötige Hektik breit macht, wenn die Abstandwarner an allen Ecken und Enden des Jeeps zu piepsen, fiepen und tröten beginnen. Da Jeep bei der Bemessung der Sicherheitsabstände für den Cherokee jedoch ausgesprochen großzügig war, ist der ganze elektronische Alarmismus genauso voreilig wie nervtötend - ganz besonders deshalb, weil der Bordcomputer leider nicht anzeigt, wie weit man denn nun vom Ziel tatsächlich entfernt ist. Doch wie gesagt, eigentlich ist die Sensorik überflüssig.


So jetzt fahre ich diesen Jeep.
Der Jeep ist heute in der Laredo Ausstattung mit dem etwas schwächeren 190 PS Diesel beim EU Händler für schlappe 34.000 Tsd zu haben. Für 30 Tsd bekommt man bei VW einen Tiguan mit 2.0 TDI.
Der Touareg ist ab 60 Tsd aufwärts zu haben. Der Jeep mit dem VM 3.0 verbraucht 10 Liter im Durchschnitt , für 241 PS ist das recht wenig. Mich bringt zum Lachen wenn mich ein Audi/BMW/Benz Besitzer mit einem Benziner anprangt , dass ein Jeep eine Spritschleuder sei nur weil er gross ist.
Leider sind die meisten deutschen Autos zumindest hier in Europa völlig überteuert und absichtlich teilweise sehr billig gebaut. In den USA sind deutsche Autos teilweise 50% günstiger zu haben. Massivste Qualitätsprobleme hört man auch des öfteren über deutsche Autos.
Beispiel 2.0 TDI. Nach 150.000km haben wir reihenweise in der Firma die Motoren ausgetauscht oder komplett instand setzen müssen. Sprich: der ganze Verbrauchsvorteil ist KOMPLETT weg wenn man beim Freundlichen 4000 EUR für eine aufwendige Instandsetzung eines 2.0 TDI auf den Tisch hauen soll. Nie mehr Passat 2.0 TDI - das wahrscheinlich schlechteste Produkt von VW. Ich habe , da ich mich des häufigen in Rumänien aufhalte , von einem dortigen Mechaniker ein amüsantes Fazit über den 2.0 TDI gehört. Viele wichtige Elemente des Motors seien drastisch schlechter gebaut als in den 80-er Jahren bei den alten Dacia Motoren unter Nikalei Chauschesco. Der Mann weiss wovon er spricht, hat doch an die 20 Stück des 2.0 TDI kaputt und zerlegt sehen dürfen.

Eine Restwertschätzung ist toll, aber man sollte dann als Redakteur auch die KM-Leistung während der 4 Jahre dazu schreiben. Sonst hat es wenig Informationsgehalt. Liebe Handelsblatt-Redaktion, können Sie bitte noch sagen, wieviele KM der Schätzung zugrunde liegen? Vielen Dank.

Immer wieder das Gleiche, wenn es um das Thema Autos geht.
Vorurteile über Vorurteile. Der Gutmensch drischt auf Sportwagen und SUV ein. Der stolze Besitzer eines deutschen Fabrikates lästert über ausländische Autos und fühlt sich und sein deutsche Auto zu höherem berufen.
Besitzer von Tiguan oder Q3 oder Q5 oder X3 oder X6 sind auf einmal "Experten" zu "Geländewagen" geworden. U.s.w..
Ganz grosses Kino jedesmal. Der Tag ist gerettet.
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