Kein „07-Kennzeichen“ mehr
KFZ-Steuer für Youngtimer wird angehoben

Für alte Autos gibt es zwei mögliche Wege: Entweder sie landen in der Schrottpresse - oder es findet sich ein Liebhaber, der dem Wagen die Möglichkeit gibt, zum Oldtimer zu werden. Mit entscheidend dafür ist die Frage, was es kostet, den Wagen zu erhalten.

HB CASTROP-RAUXEL. Dazu war bei Autos im Alter von 20 bis 30 Jahren bisher das so genannte 07-Kennzeichen beliebt: Es bietet einen günstigen Kraftfahrzeugsteuersatz und ermöglicht mit Einschränkungen das Fahren. Doch nun herrscht in der Oldtimer-Szene Aufregung: Denn vom Jahr 2007 an wird das „07-Kennzeichen“ wohl nicht mehr vergeben.

„Eingeführt wurde das Kennzeichen im Jahr 1994“, erläutert Maik Hirschfeld, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Motorveteranen Clubs (Deuvet) in Berlin. Die umgangssprachliche Bezeichnung erhielt das Kennzeichen, weil die Ziffernfolge darauf stets mit „07“ beginnt. Mit dem Nummernschild dürfen Autos etwa zu Klassiker-Veranstaltungen bewegt werden. Die Kraftfahrzeugsteuer beträgt pauschal 191 Euro. Doch nun hat der Bundesrat im Februar zugestimmt, dass das rote „07-Kennzeichen“ von 2007 an nur noch bei einem Fahrzeugalter von mindestens 30 Jahren erteilt wird. Dann kann aber auch schon das „H-Kennzeichen“ für „echte“ Oldtimer beantragt werden.

Auch wenn noch Unterschriften ausstehen, wird es wohl bei dieser Neuregelung bleiben. „Ich wage zu bezweifeln, dass sich noch etwas ändert“, meint Markus Schäpe, Verkehrsjurist des ADAC in München. Eine Folge für Halter von 20 Jahre alten Autos ist, dass sie den Wagen regulär zulassen und mehr Kraftfahrzeugsteuer zahlen müssen. Bei zwei Litern Hubraum sind es rund 500 Euro. Eigner von Fahrzeugen mit großvolumigen Motoren müssen mit vierstelligen Summen rechnen.

Viele Klassiker-Liebhaber fragen sich nun, was mit schon erteilten Kennzeichen geschieht. Immerhin sind laut Maik Hirschfeld rund 41 000 von ihnen unterwegs. Nach Angaben Frank Wilke vom Marktbeobachter Classic Data in Castrop-Rauxel wurden die Kennzeichen unter drei verschiedenen Voraussetzungen erteilt: „Beim Gros handelt es sich um befristet erteilte "07-Kennzeichen". Diese werden wohl auslaufen.“

Variante zwei sind laut Wilke unbefristet erteilte Kenzeichen mit Widerrufsvorbehalt. Hier könnte eine Rückgabe des Kennzeichens verlangt werden. Wenige Kennzeichen wurden dann noch - der dritte Fall - unbefristet ohne Widerrufsvorbehalt erteilt. Unter Umständen könnte aber auch die Erteilung dieser Kennzeichen rückgängig gemacht werden. Das werde „rechtlich eine spannende Sache“, meint Schäpe.

Die Experten sehen aber noch ein anderes Problem. „Unsere Hauptsorge ist der Nachwuchs“, sagt Mike Hirschfeld. Schließlich kommt mancher Oldtimer-Liebhaber über den günstig erworbenen so genannten Youngtimer dauerhaft zum Hobby. Sind die Kosten für die Fahrzeugnutzung zu hoch, erschwert dies den Einstieg.

„Laut einer von uns in Auftrag gegebenen Studie wird mit Oldtimern in Deutschland jährlich ein Umsatz von 4,5 Mrd. Euro gemacht. Dazu gehören Autoverkäufe ebenso wie Fan-Artikel“, sagt Wilke. „In den letzten Jahren waren daran in verstärktem Maße die Youngtimer im Alter ab 20 Jahren beteiligt.“ Vom Jahr 2007 an wird sich dann zeigen, ob künftig die Oldtimerhändler oder die Betreiber von Schrottpressen die besseren Umsätze machen.

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