Kein Aufreger, aber auch keine Schwachstellen
VW Golf: Sechster Akt eines Klassikers

Wenn VW Mitte Oktober den neuen Golf an den Start bringt, ist das nicht nur für die Niedersachsen die wichtigste Premiere des Jahres. Weil kein anderes Auto bei uns so oft verkauft wird wie der Dauerbrenner von VW, blickt auch die Konkurrenz mit großem Interesse auf die sechste Generation. Und was sie da sieht, wird sie kaum freuen.

dpa-infocom HAMBURG. Denn auch der neue Golf leistet sich keine Schwächen. Natürlich ist der Golf kein Aufreger, nach dem man sich umdreht. Doch hat Designchef Walter de Silva die klassische Form feinfühlig weiterentwickelt und das Aussehen geschickt aufpoliert. Deshalb sieht der Golf jetzt ein bisschen sportlicher aus und wirkt mit seinen schmaleren Fugen und den schärferen Radien noch präziser.

Zudem hat Entwicklungschef Ulrich Hackenberg im gleichen Zug die Technik so gründlich auf Vordermann gebracht, dass VW-Chef Martin Winterkorn vollmundig vom "besten Golf aller Zeiten" spricht. Selbst an den Preisen prallt die Kritik weitgehend ab. Zwar kann man den Golf mit seinen vielen neuen Extras problemlos weit in die obere Mittelklasse treiben. Doch zumindest das Basismodell ist gerade einmal 200 Euro teurer geworden und kostet jetzt 16 500 Euro.

Alles neu und doch vertraut

Wer zum ersten Mal im neuen Golf Platz nimmt, fühlt sich darin auf Anhieb wie zu Hause. Obwohl alles neu ist und kein Teil im Cockpit auf dem anderen blieb, wirkt der Golf so vertraut und gewohnt, als hätte sich daran in den letzten 30 Jahren nichts geändert. Dabei gibt es jetzt natürlich drei Dutzend Schalter und Knöpfe mehr, die man aber intuitiv zu bedienen versteht.

Anders als viele Wettbewerber hat VW den Generationswechsel nicht zu einer Korrektur des Formats genutzt. Nach wie vor misst der Golf deshalb noch 4,20 Meter. Und weil auch der Radstand von 2,58 Metern nicht verändert wurde, sind auch die Platzverhältnisse gleich. So wird der Golf wieder nicht zum Raumwunder, bietet aber genügend Knie- und Schulterfreiheit sowie mit 350 Litern ausreichend Kofferraum.

Die Ausstattung weist den Weg in die Oberklasse

Den Weg in die nächst höhere Klasse weist VW dagegen mit der Ausstattung für Sicherheit und Komfort. Sieben Airbags, darunter auch ein Knie-Airbag für den Fahrer, sind jetzt serienmäßig vorhanden. Das gilt auch für aktive Kopfstützen, ein weiterentwickeltes ESP oder die Klimaanlage. Und gegen Aufpreis gibt es aus Tiguan oder Passat Extras wie den Tempomat mit Abstandsregelung oder den halbautomatischen Parkroboter.

Am deutlichsten wird der weitere Aufstieg des Golf allerdings bei der Materialauswahl und Verarbeitungsqualität. War da schon der Vorgänger wegweisend, geht die Neuauflage noch einen Schritt weiter. Mit viel Chrom, Klavierlack und weich hinterschäumten Kunststoffen wird der Golf förmlich zum Handschmeichler, den man gerne anfasst. Außerdem geht es im Inneren nun viel leiser zu als früher, weil die Ingenieure die Motoren neu gelagert und vor allem die Scheiben besser gedämmt haben.

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