Kindersitze im Test
Wenn’s vorne kracht, ist „rückwärts“ sicherer

ADAC und Stiftung Warentest haben zehn Kindersitze getestet. In allen Klassen gibt es gute Produkte. Die Auswahl von Sitzgelegenheiten für die Kleinen wird also leichter.

HB DÜSSELDORF. Unter den getesteten Produkten befinden sich auch zwei rückwärts gerichtete Sitze (Reboardsysteme) für Kinder von neun bis 18 kg. Diese haben sich im Frontalcrash als besonders sicher bewährt. Eines der Reboardsysteme, der Wavo Fix XL Isofix, bekam die Gesamtnote "gut". Im Komfort zeigten sich bei diesem Sitz allerdings leichte Schwächen.

Der Recaro Polaric, ebenfalls ein rückwärts gerichteter Kindersitz, spielte seine Stärken im Frontalaufprall voll aus und erhielt die Bestnote "sehr gut". Im Seitencrash schützt er allerdings nur durchschnittlich. Leidersist seine Montage etwas umständlich. Der Sitz ist außerdem sperrig und relativ schwer. Ein anderer Schwachpunkt war die äußerst aufrecht stehende Rückenstütze. Der Komfort für das Kind war eingeschränkt, daher erhielt der Polaric insgesamt ein "befriedigend".

Rückwärts gerichtete Sitze schützen den Nachwuchs vor allem beim Frontalaufprall. Im Seitenaufprallschutz unterscheiden sich die Sitze allerdings kaum von den herkömmlichen, nach vorne gerichteten Produkten.

Beim Kindersitzkauf empfiehlt der Autoclub mit dem eigenen Auto zum Händler zu fahren. Da nicht jeder Sitz perfekt in jedes Auto passt, sollte man den Einbau samt Sicherung des Kindes im eigenen Auto am besten selbst ausprobieren.

Der Kindersitz muss mit dem Autogurt stets so straff wie möglich fixiert werden. Nur dann wird beim Unfall der Schutz voll wirksam. Gleiches gilt für die Gurte, mit denen der Nachwuchs festgeschnallt ist. Lasche Gurte führen beim Crash dazu, dass der Kinderkörper nach vorne schleudert und dann ruckartig gestoppt wird. Die Belastung wird zu hoch. Der Kopf schlägt dann möglicherweise gegen den Vordersitz.

Quelle: ADAC

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