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Kleine Revolution: Taxi für nur einen Passagier

Bei 70 Prozent aller Taxifahrten wird nur ein einziger Fahrgast befördert. Was wäre also sinnvoller als neue Zweisitzer-Kleintaxen, die weniger Sprit und weniger Platz auf den Straßen brauchen? Das Konzept klingt zwar schlüssig, doch Behörden und Taxiverbände stellen sich quer.

Taxi für einen Passagier Quelle: dpa
Allein unterwegs? Ein Taxi-Unternehmer will für solche Fälle wie hier auf Sylt Zweisitzer-Autos anbieten. Doch die meisten Bundesländer stellen sich quer. (Bild: dpa) Quelle: dpa

dpa IBBENBÜREN. Vorne? Hinten? Wo steigt man ins Taxi ein? Wohl jeder kennt diese Frage. Ginge es nach Friedhelm Schwarz, wäre damit Schluss. Der Taxi-Unternehmer aus dem münsterländischen Ibbenbüren will mit Zweisitzern als Taxen die deutschen Straßen erobern. Bei 70 Prozent aller Fahrten fahre nur ein Gast mit, sagt der 55-Jährige und beruft sich auf Statistiken. "Viertürige Taxen fahren also bei den meisten Fahrten Luft durch die Gegend." Deswegen hatte Schwarz eine für sein Gewerbe revolutionäre Idee: Warum nicht mit Taxis fahren, die nur zwei Sitze haben? Klingt relativ simpel - ist es aber nicht.

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Denn eine bundesweite Verordnung für Taxis schreibt für die Beifahrerseite der Autos mindestens zwei Türen vor. Für seine Idee braucht Schwarz deswegen eine Ausnahmegenehmigung der Landesbehörden, - und die stellen sich quer. Als einziges Bundesland gab bislang Schleswig-Holstein grünes Licht. Dort rollen in den Städtchen Husum und Heide seit kurzem Deutschlands erste Taxi-Zweisitzer: umgerüstete Smarts in einheitlichem "hellelfenbein". Auch auf Sylt soll ein solches "Smatax" starten.

In den meisten anderen Bundesländern will man von den Zweisitzern dagegen nicht viel wissen. Vertreter von Bund und Ländern hatten sich nach Angaben des Verkehrsministeriums NRW im Oktober 2009 mit dem Thema beschäftigt und sich mehrheitlich dagegen entschieden.

"Wir haben alle 16 Verkehrsministerien angeschrieben", erzählt Schwarz. Nur Schleswig-Holstein habe bisher die Ausnahmegenehmigung erteilt. Aus dem Verkehrsministerium in Kiel heißt es: "Es hat uns weniger die Frage geleitet, welche Gründe dafür sprechen, sondern wir haben im Gegenteil keine Gründe dafür gefunden, die dagegen sprechen."

  • 23.10.2010, 01:22 UhrAnonymer Benutzer: Jonas

    Wozu soll das nützlich ein ?
    Das teuerste am Taxi ist nicht das benzin, sondern der Fahrer, und nicht der Fahrzeugpreis, sondern die Langstreckenhaltbarkeit.
    Wie wäre es mit einem Taxi mit einem halben Fahrer ?
    Hier fahrem derzeit eher Grossraumtaxen rum, das macht mehr Sinn. Noch besser wäre es aber, wenn die Automobilhersteller nedlich mal die paar bauteile, Lager, Simmeringe etc. auf 1 Mio km auslegen würden, so viel teurer wird ein Auto damit nicht, und nicht nur Taxiunternehmen würde das kaufen, da bin ich mir sicher.

  • 22.10.2010, 22:14 UhrAnonymer Benutzer: raetiablue

    "Was macht Herr Schwarz also, wenn zwei oder drei Leute in seinem Smart mitfahren wollen und kein anderer Taxi-Fahrer in der Nähe ist?"
    ... ein komisches Argument. Taxifahrer mit normalen Limousinen, rufen auch ein weiteres Fahrzeug, wenn 5 oder 6 Leute mitfahren wollen. Wie im Artikel eingangs erwähnt, befördern heute ca. 70% aller Taxifahrten nur einen (!) Passagier. Es ist meiner Ansicht nach nur logisch und sinnvoll diesen neuen Service für die Taxikunden anzubieten. Verhinderungstaktik der Taxilobby finde ich nicht gut, im Sinne ihres eigenen Gewerbes, das sicherlich einen Teil der derzeitigen Probleme (vielleicht den Großteil) auf zu hohe Fahrpreise zurückführen muss. Wir sollten neue Services fördern, um den Kunden das Leben zu erleichtern, anstatt sie zu verhindern. Taxifahrten sind leider in Europa fast ein Luxusprodukt durch die (zu) hohen Kosten für den Kunden.

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