Kleines, aber feines Privat-Museum
Maybach-Museum zeigt fahrbereite Raritäten

Das oberpfälzische Neumarkt könnte zu einer Pilgerstätte für Automobilenthusiasten aus aller Welt werden. Denn am 31. März eröffnete ein Museum für die ebenso edlen wie seltenen historischen Karossen der Marke Maybach.

dpa NEUMARKT/OPF. Das oberpfälzische Neumarkt dürfte künftig zu einer Pilgerstätte für Automobilenthusiasten aus aller Welt werden. Denn am 31. März eröffnet in der Stadt ein Museum für die ebenso edlen wie seltenen historischen Karossen der Marke Maybach.

Der Neumarkter Arzt Helmut Hofmann wird in einem sanierten Fabrikgebäude seine einmalige Privatsammlung von Luxusfahrzeugen des deutschen Automobilbauers zeigen. Das einzigartige Museum des 57-Jährigen fällt unter die Kategorie "klein, aber fein". Schließlich sind die teuren Prestigeobjekte von einst ausgesprochen rar. "Es gibt weltweit noch etwa 160 Autos", erklärt Hofmann. "Deshalb war es nicht möglich, hier 100 Stück auszustellen." Immerhin ein Zehntel des rund um den Globus verteilten Oldtimer-Bestandes aus dem Hause Maybach ist nun in der ehemaligen Neumarkter Fahrradfabrik zu bewundern. Hoffmann zeigt 15 eigene Autos und eine Leihgabe aus den Baujahren 1926 bis 1939.

Vom zersägten Scheunenfund bis zum Concours-Klassiker

Davon sind zehn Wagen fahrbereit und glänzen, als wären sie gerade erst aus der Montagehalle gerollt. Die restlichen Maybachs sollen nach und nach restauriert werden. Bis dahin präsentieren sie sich mit all ihren Macken, die sie im Laufe der Jahrzehnte abbekommen haben - Rost ist da noch einer der harmlosesten Schönheitsfehler. "Es geht vom zersägten Scheunenfund bis zum Concours-Klassiker", beschreibt der Kieferorthopäde die Bandbreite. Die Besucher können aber nicht nur die Fahrzeuge bewundern, auch ihre Geschichte wird erzählt. So erfahren die Interessierten, welcher Prominente wann welchen Maybach ge- oder verkauft hat.

Die Marke war schon immer exquisit. Vom Maybach-Motorenwerk, das zunächst für Zeppelin-Motoren bekannt war, wurden zwischen 1921 und 1941 nur rund 1 800 Fahrzeuge gebaut - also im Durchschnitt gerade einmal 90 pro Jahr. Die Maybachs protzten mit Größe und Hubraum. Daher konnte es auch sein, dass ein sechs Meter langer Zweitürer zwar jeden erdenklichen Luxus bot, sich aber letztlich hinter dem imposanten Blechkleid nur ein Mini-Kofferraum verbarg.

Technisch waren die Nobelkarossen ihrer Zeit voraus, auch eine halbautomatische Lenkradschaltung war damals schon machbar. "Man kann sich gar nicht vorstellen, wie detailverliebt die waren", schwärmt Hofmann. Alles wurde damals individuell nach Kundenwunsch gefertigt - von der Karosserie bis zum eingebauten Zigarettenabschneider.

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