Klimawandel: Tiefensee will auf Erdgas umstellen

Klimawandel
Tiefensee will auf Erdgas umstellen

Spitzenpolitiker der großen Koalition habe neue Initiativen zum Schutz des Klimas angekündigt. Bundeskanzlerin Angela Merkel rief die Automobilindustrie am Wochenende auf, der Schadstoffreduzierung Priorität einzuräumen.

HB BERLIN. Umweltminister Sigmar Gabriel erklärte, die Regierung werde für den CO2-Ausstoß durch Dienstreisen ihrer Mitarbeiter künftig Ausgleichszahlungen leisten. Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee will die Autohersteller zu einer Kennzeichnung des Schadstoffausstoßes drängen und die Dienstwagenflotte seines Ressorts auf Erdgas-Autos umstellen.

Merkel nannte den Klimawandel eine ebenso große Gefahr für den Frieden wie militärische Konflikte. Auf der Münchner Sicherheitskonferenz sagte sie, er könne zu kriegerischen Auseinandersetzungen und zu starken Flüchtlingsströmen führen. In ihrer wöchentlichen Videobotschaft forderte sie mehr Einsatz der Autoindustrie für den Schutz des Klimas. Der Aspekt effizienten Verbrauchs von Sprit müsse „ganz oben auf die Prioritätenliste“.

Gabriel sagte der „Bild am Sonntag“, die Ausgleichszahlungen für CO2-Ausstoß bei Dienstreisen sollten dazu führen, dass die Regierung klimaneutral arbeite. Vorreiter solle sein Ressort sein: Dort werde künftig ausgerechnet, wie viel vom klimaschädlichen Kohlendioxid durch die Dienstreisen der Mitarbeiter im Auto, Flugzeug oder Hubschrauber entstehe, erläuterte Gabriel. Am Ende des Jahres sei klar, wie viel Geld zur Minderung von CO2-Emissionen in Entwicklungsländern investiert werden müsse, um die durch sein Ministerium verursachte Klimabelastung auszugleichen.

„Die Automobilindustrie muss mehr für den Umweltschutz tun,“ sagte Tiefensee der „Bild am Sonntag“. Käufer sollten auf einen Blick erkennen können, wie viel CO2 ein Neuwagen ausstoße. Als Vorbild nannte er die Kennzeichnung des Energieverbrauchs bei Haushaltsgeräten. „Was beim Kühlschrank und der Waschmaschine längst praktiziert wird, müssen die Hersteller nun schnellstens auf die Pkw übertragen.“ Tiefensee unterstrich: „Bei Kurzfahrten in Berlin werde ich zukünftig meine Dienstlimousine stehen lassen und mit einem umweltfreundlichen Erdgas-Wagen fahren.“

Deutsche und europäische Umweltpolitiker forderten Auflagen für den klimaschädlichen Flugverkehr. Der Präsident des Umweltbundesamts, Andreas Troge, forderte in der Zeitschrift „Super Illu“ ein Ende der Subventionierung für Flugbenzin, das künftig ebenfalls besteuert werden müsse. EU-Umweltkommissar Stavros Dimas warnte in der „Bild am Sonntag“ vor den Folgen des durch Billigangebote zunehmenden Flugverkehrs. Er bekräftigte die Forderung, den Luftverkehr in den Handel mit Emissionsrechten einzubeziehen.

Der Umwelt zuliebe wollen einer Umfrage zufolge 81 Prozent der Deutschen künftig Strom sparen. Um die Klimabelastung zu reduzieren, wollen 73 Prozent für kurze Wege fortan öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad benutzen, wie eine Erhebung für das Magazins „Focus“ ergab. Etwas mehr als die Hälfte der Befragten wolle weniger heizen, um somit die Produktion des Treibhausgases Kohlendioxid zu senken. Gut die Hälfte plane, auf ein sparsameres Auto umzusteigen oder Sprit sparender zu fahren.

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