Kohlefaser fürs Klima: Autobauer wollen weniger Heavy Metal

Kohlefaser fürs Klima
Autobauer wollen weniger Heavy Metal

Um das Klima zu schützen und Autos sparsamer zu machen, müssen die Hersteller leichtere Fahrzeuge bauen. Dafür investieren sie in Carbon-Bauteile. Die sind stabiler und leichter als Stahl - doch auch viel teurer.
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Der knallrote VW Golf GTI mit den karierten Sitzen ist noch gut in Schuss. Er stammt aus dem Jahr 1976, sieht zierlich aus, wiegt lediglich 810 Kilogramm. Daneben steht der aktuelle Golf V GTI. Er bringt stolze 1.400 Kilogramm auf die Waage. Eine steifere, größere Karosserie, Airbags, Klimaanlage, Navigationsgerät, Sitzheizung und Parkpiepser erhöhen Sicherheit und Komfort. Und der aktuelle GTI hat mit 230 PS auch mehr als doppelt so viel Leistung wie sein Urahn.

Immer größer, immer leistungsfähiger und damit immer schwerer: Dieser Gewichtsspirale im Automobilbau hat der Gesetzgeber ein Ende verordnet. Ab 2015 müssen alle Pkw-Hersteller den CO2-Ausstoß ihrer Modelle im Schnitt auf 120 Gramm pro Kilometer senken. Der entscheidende Ansatzpunkt dafür ist das Gewicht: Autos, die 100 Kilo weniger wiegen, verbrauchen einen halben Liter Treibstoff weniger auf 100 Kilometer. Auch Elektromobile müssen Ballast abwerfen - ein Lithium-Ionen-Akku für eine Reichweite von 100 Kilometer bringt immerhin 250 Kilogramm auf die Waage.

Halb so schwer wie Stahl

Leichtbau ist dafür die richtige Diät. Statt aus Stahl werden Türen und Motorhauben aus Aluminium und Kunststoff gefertigt. Einen entscheidenden Schritt weiter geht BMW: Der Autobauer präsentiert dieser Tage in München ein ultraleichtes Elektroauto für die Stadt, dessen Karosserie aus karbonfaserverstärktem Kunststoff (CFK) besteht. 2013 soll das Megacity Vehicle in den Handel kommen.

Seit 125 Jahren werden Autos überwiegend aus Stahl gebaut. Jetzt strebt mit den Kohlenstofffasern ein mattschwarzer Baustoff mit glänzenden Eigenschaften nach der Vorherrschaft. Er ist in seiner chemischen Struktur mit Diamanten verwandt, robuster und ein Drittel leichter als Aluminium und sogar nur halb so schwer wie Stahl. Für Thomas Göttle, Automobilexperte bei der Unternehmensberatung PA Consulting Group, gibt es keinen Zweifel: "CFK ist die einzige Möglichkeit, das Gewicht von Elektroautos wie von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor entscheidend zu senken."

Halb so schwer wie Stahl Karbonfasern werden seit fast 50 Jahren industriell eingesetzt. Ursprünglich entwickelt für die Raumfahrt, werden sie in der Luftfahrt und in vielen Bereichen genutzt: Tennisschläger werden ebenso aus kohlenstofffaserverstärkten Kunststoffen produziert wie Golfschläger, Skier, Rennräder, Rodelschlitten, Rotoren von Windrädern, Angelruten und sogar Geigenbögen.

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  • Bei mir wären PKW mit mehr als 5ltr./100km nicht zulassungsfähig!
    Außerdem müsste der Verbrauchstest mit 50km/h, 100km/h und 80% der Maximalgeschwindigkeit erfolgen. Die jetzigen Verbrauchsmessungen sind einfach nur ein Witz!

  • Kann der "Verzicht auf PS" (gemeint ist wahrscheinlich Verzicht auf Leistung)nicht jetzt schon praktiziert werden? Es gibt m. W. genügend Kleinwagen mit einer Leistung von 40 bis 50 kW, die jeder kaufen kann (wenn er will). Wollen Sie die Kunden zwingen, Kleinwagen zu kaufen?

    Nebenbei: Ich leiste mir lieber ein richtiges Auto und lege dafür mehr Strecken zu Fuss oder mit dem Fahrrad zurück.

  • Ein Einsatz von Basaltfasern, wie im Karosseriebau von PKW bereits geschehen, würde die Materialkosten ebenfalls erheblich senken, das Recyclingproblem ist bereits gelöst, aber warum billig wenn der "Kunde" nicht weißß, das es auch billiger geht

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