Kompakte Geländewagen
Die Dinos machen sich dünn

Kritikern sind Geländewagen der Inbegriff automobiler Unvernunft - zu groß, zu durstig und technisch veraltet. Doch Marktforscher halten gerade die sportliche Ausprägung der Allradler für eine Fahrzeuggattung mit großer Zukunft.

dpa/tmn STUTTGART/INGOLSTADT. "Kaum eine andere Kategorie wird in den nächsten Jahren auf dem europäischen Markt weiter so zulegen wie die der Sports Utility Vehicles", sagt Nick Margetts vom Marktbeobachter Jato Dynamics in Limburg. Als Grund nennt Trendforscher Paolo Tumminelli aus Köln die Psychologie. Sogenannte Suvs versprechen Abenteuer im Alltag: "Man pendelt, und träumt von der Wüste - Sandkasten für Fortgeschrittene."

Allerdings hat eine Trendwende begonnen: Die Dinosaurier machen sich dünne und werden deshalb eine Nummer kleiner: "Kompakt- statt Full-Size-SUV lautet derzeit die Devise", sagt Margetts mit Blick auf die wichtigsten Neuheiten dieses Sommers. "Passend zur Diskussion um Verbrauch und CO2-Ausstoß stellen alle wichtigen Hersteller in den nächsten Wochen ihren großen Geländewagen kleine Ableger zur Seite."

So startet zum Beispiel bei Mercedes der GLK. Er basiert auf der C-Klasse mit Allradantrieb, orientiert sich beim Design am G-Modell und geht im Oktober zu Preisen ab 43 554 Euro in den Handel. Zum Start gibt es nur V6-Motoren: zwei Benziner mit 170 KW/231 PS und 200 kW/272 PS sowie als ersten Diesel den GLK 320 CDI mit 165 kW/224 PS, deren Verbrauch bei 7,9 bis 10,7 Litern liegen. Das entspricht einem CO2-Ausstoß von 208 bis 249 Gramm pro Kilometer (g/km). Anfang 2009 folgt für 40 341 Euro auch ein Vierzylinder-Diesel mit 125 kW/170 PS und 6,9 Litern Verbrauch (CO2-Ausstoß: 183 g/km).

Zweite Neuheit ist der Audi Q5, der im September zu Preisen ab 38 300 Euro startet. Er nutzt die Technik des neuen A4 und übernimmt das Design weitgehend vom Q7. Ihn gibt es mit je zwei Vier- und Sechszylinder-Benzinern und-Dieseln, die ein Spektrum von 125 kW/170 PS bis 199 kW/270 PS abdecken und 6,7 bis 8,5 Liter verbrauchen. Allerdings hat Audi für den stärksten Benziner noch keinen Verbrauch ermittelt. Der CO2-Ausstoß liegt daher vorerst bei 159 bis 201 g/km.

Im September präsentiert auch Renault mit dem Koleos ein SUV. Es nutzt die Allradtechnik des Konzernbruders Nissan X-Trail, wird bei der koreanischen Tochter Samsung gebaut und kommt zu Preisen ab 24 500 Euro nach Deutschland. Anders als die meisten Konkurrenten gibt es dieses Modell auch ohne Allradantrieb, was Preis und Verbrauch senkt. Zur Wahl stehen ein Benziner mit 2,5 Litern Hubraum und 126 kW/171 PS und ein Diesel mit zwei Litern Hubraum, den es mit 110 kW/150 PS und 127 kW/173 PS gibt. Den Verbrauch gibt Renault mit 7,2 bis 9,6 Litern an, was einem CO2-Ausstoß von 191 bis 230 g/km entspricht.

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