Konzeptauto Smart for vision
Im Radio spielt leise Zukunftsmusik

Leichtbau und innovative Energiesparlösungen prägen die aktuelle Smart-Studie. Mit dem Zweisitzer "for vision" deutet die Daimler-Tochter, auch den Stil der nächsten Generation des (Elektro-)Kleinwagens an.
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StuttgartDer Smart for vision ist stilistisch bereits ein Vorgriff auf die nächste Generation des Kleinwagens aus dem Daimler-Konzern. Obwohl darin derselbe Akku und Motor stecken wie in der ebenfalls für die IAA angekündigten dritten Generation des Elektro-Smart, soll die Studie etwa 20 Prozent mehr Reichweite haben.

Allein an der Karosserie hat Smart durch die Verwendung von Kohlefaser statt Metall nach eigenen Angaben fast 150 Kilogramm gespart. Um das Gewicht weiter zu drücken, sind Kunststoffräder und dünne Sitzschalen montiert.

Beim Energiesparen hilft ein neues Temperaturmanagement im for vision: Die Lacke und Scheiben reflektieren Infrarotstrahlen und verhindern so, dass sich der Wagen übermäßig aufheizt. Das entlastet die Klimaanlage im Sommer. Zugleich sorgen neue Spezialschäume zur Isolierung und eine sparsame Sitzheizung für Wärme im Winter.

Dritter Technologieschwerpunkt der Studie ist ihr Dach mit transparenten Solarzellen, die zugleich als LED für die Innenraumbeleuchtung genutzt werden können. Sie produzieren genügend Strom für die Komfortbeleuchtung, das Infotainmentsystem sowie für drei Lüfter in der Fahrzeugfront und den Rückleuchten, die das Auto mit Solarkraft an sonnigen Tagen zusätzlich kühlen sollen.

Einzelne Komponenten wie die Kunststoffräder oder die Infrarot-Reflexlacke werden schon in zwei oder drei Jahren in die Serienproduktion eingehen, sagte Smart-Chefin Annette Winkler. Doch viele der Materialien und Technologien im for vision seien noch Zukunftsmusik, räumt Winkler ein: "Wir wollten zeigen, was einmal möglich sein kann, und müssen jetzt forschen und rechnen, was davon eine Chance hat."

Im Juli 2011 hatten Daimler und der Zulieferer Bosch angekündigt, ab dem Jahr 2012 gemeinsam Elektromotoren zu bauen. Hierfür haben beide Unternehmen jetzt ein Joint-Venture namens "EM-motive" gegründet, das seinen Hauptsitz in Hildesheim haben wird. In der niedersächsischen Stadt wird auch die Produktion der Triebwerke angesiedelt sein, die Entwicklungsarbeit geschieht im Raum Stuttgart. Die Motoren sollen sich für Elektrofahrzeuge mit Batterie, Brennstoffzelle und Range Extender eignen. Erstmals eingesetzt werden sie im kleinen Smart Fortwo Electric Drive, der im nächsten Jahr auf den Markt kommt.

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