Kritik von Autoclubs
TÜV will alte Autos jährlich prüfen

Ältere Autos sollten nach dem Willen des TÜV Rheinland künftig jedes Jahr zur Hauptuntersuchung. Das hohe Durchschnittsalter der Fahrzeuge entwickle sich zunehmend zum Sicherheitsrisiko, sagte der TÜV-Vorstandsvorsitzende Bruno Braun der „Rheinischen Post“.

ap DÜSSELDORF. Der ADAC und der Automobilclub von Deutschland (AvD) kritisierten die Forderung dagegen als unbegründet und verwiesen auf die geringen Unfallzahlen älterer Fahrzeuge. Bislang müssen Pkws alle zwei Jahre zur Hauptuntersuchung.

Eine einjährige Überprüfung sollte nach Ansicht Brauns für Fahrzeuge eingeführt werden, die sieben Jahre oder älter sind. Der Experte betonte, immer mehr Fahrzeuge seien mit zum Teil schwerwiegenden Mängeln unterwegs. In anderen EU-Ländern wie Lettland sei eine jährliche Hauptuntersuchung schon längst Vorschrift. Braun kündigte zugleich an, dass der TÜV die Kosten für die Hauptuntersuchung im kommenden Jahr um drei bis vier Euro erhöhen will. Die Bundesregierung muss dem Antrag allerdings noch zustimmen.

Der AvD erklärte, ein erhöhtes Sicherheitsrisiko lasse sich nicht mit Unfallstatistiken und -analysen belegen. Zudem kritisierte der Automobilclub, der TÜV spiele bei seiner Begründung für eine Verkürzung des Prüfintervalls mit unklaren Begriffen. Zwar habe laut der Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) fast jedes fünfte Auto gravierende technische Mängel. Damit seien aber vor allem Beleuchtung oder Elektrik gemeint, also auch jede ausgefallene Birne.

Andere Mängel bei älteren Fahrzeugen seien etwa Oberflächen-Korrosion an Bremsleitungen und Korrosionsmängel an der Karosserie, die aber meist keine tragenden Teile beträfen. Auch die gute Unfallbilanz älterer Fahrzeuge spreche gegen eine Pflicht zu häufigeren Hauptuntersuchungen.

Die eigentlichen Gründe für den Vorstoß des TÜV Rheinland seien finanzieller Art, erklärte der AvD. Mit der Preiserhöhung und kürzeren Prüfintervallen sollten vor allem die Gewinne gesteigert werden. Ähnlich äußerte sich der ADAC: „Der TÜV legt sich nicht nur wegen der Sicherheit ins Zeug - mehr Untersuchungen bringen auch mehr Geld“, sagte ADAC-Sprecher Maximilian Maurer der AP. Die typischen Mängel älterer Fahrzeuge führten keineswegs automatisch zu mehr Unfällen, der Anteil technischer Defekte bei Unfällen sei sehr gering. „Eine Verschärfung braucht man deshalb nicht“, betonte er.

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