Lada Priora
Preisbrecher aus dem Osten

Man sieht sie zwar nur selten auf der Straße, aber trotzdem: Lada gibt es noch. Der einstige Gigant aus Russland gilt als letztes Relikt des automobilen Ostens, an dem der Aufschwung weitgehend spurlos vorbeigegangen ist. Doch mit einem neuen Preisbrecher zeigt die Marke wieder Gesicht.

dpa HAMBURG. Zwar zählen die Russen mit einem Plus von 15 Prozent in Deutschland zu den Siegern des vergangenen Jahres. Doch gäbe es nicht den Allrad-Saurier Lada Niva, würde bei gerade einmal 2 248 Zulassungen kaum jemand von ihnen Notiz nehmen. Doch nun zeigt die Marke einmal mehr Gesicht und bringt als Preisbrecher neben dem Kleinwagen Kalina den neuen Priora auf den Markt.

Mit einer Länge von rund 4,30 Metern ist er wie geschaffen für die in Deutschland so beliebte Kompaktklasse. Und mit einem beinahe konkurrenzlos niedrigen Einstiegspreis von 8 500 Euro ist er eine Alternative zu betagten Gebrauchtwagen. Billiger sind nur ein paar Modelle, die als einziges Auto im Haushalt viel zu klein sind, sowie der Dacia Logan. Ein Golf kostet hingegen fast das Doppelte.

Allerdings darf man bei diesem Preis auch nicht allzu viel erwarten: Das Design des mit Stufen- oder für 240 Euro Aufschlag mit Fließheck angebotenen Priora ist schlicht. Das Innenleben wirkt trist wie die russische Steppe an einem verregneten Januar-Morgen: Farblose Polster, scharfkantige Kunststoffe mit lieblos gestalteten Oberflächen, billige Zierleisten sowie schwergängige Schalter zeugen noch vom Geist des einstigen Monopolisten, der Konkurrenz nicht fürchten musste und dem darbenden Volk fast alles verkaufen konnte.

Selbst die Instrumente wirken so altbacken, als seien sie bereits in der Ära Breschnew entworfen worden - aber immerhin gibt es im kleinen Digitaldisplay sogar einen Bordcomputer. Am traurigsten jedoch ist der Blick auf die kurze Liste der Serienausstattung: Elektrische Fensterheber und zwei Airbags sind zwar Standard. Aber nicht nur für die elektrisch verstellbaren Außenspiegel, sondern auch für ABS und die hinteren Kopfstützen verlangt Lada Aufpreis. Und Seitenairbags oder ESP gibt es nicht mal für Geld und gute Worte.

Doch es ist nicht alles schlecht am Flaggschiff aus Togliatti, der Heimatstadt des Lada. Vor allem beim Platzangebot macht dem Priora keiner etwas vor. Bei einem Radstand von 2,49 Metern bieten Stufen- und Fließheck mehr Freiheiten für lange Beine und breite Schultern als manche Limousine in der Klasse darüber. Dazu gibt es große Taschen in den Türen, ein Handschuhfach mit dem Fassungsvermögen eines Einbauschranks sowie eine Kombination aus Armlehne und Ablage zwischen den Vordersitzen. Und das Kofferraumvolumen von mindestens 400 Litern würde selbst für einen Abenteuer-Urlaub hinter dem Ural ausreichen.

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