Längerer Bremsweg - Instabiles Fahrverhalten
Wenn Stoßdämpfer zum Sicherheitsrisiko werden

Stoßdämpfer arbeiten im Verborgenen und sind deshalb die Stiefkinder vieler Autofahrer. Regelmäßig stellt der TÜV Rheinland fest, dass Millionen Fahrzeuge mit defekten Stoßdämpfern in Deutschland unterwegs sind.

DÜSSELDORF. Rund jedes siebte Auto auf deutschen Straßen fährt mit mindestens einem defekten Stoßdämpfer. Damit erhöht sich das Unfallrisiko erheblich, denn nach Untersuchungen des TÜV Rheinland verlängert sich dadurch der Bremsweg erheblich, am gravierendsten bei modernen Autos mit elektronischen Sicherheitssystemen wie ESP. Denn deren Wirksamkeit wird durch angeschlagene Dämpfer erheblich reduziert.

So stellte bei seiner jährlichen Aktion "Stoßdämpfertest" das Instituts für Verkehr und Umwelt im vergangenen Jahr fest, dass rund sechs Millionen Fahrzeuge mit defekten Stoßdämpfern in Deutschland unterwegs waren. "Untersuchungen der TÜV Rheinland Group belegen, dass abgenutzte Stoßdämpfer auf unebenen Straßen den Bremsweg bei einer Geschwindigkeit von 80 km/h um zwei bis drei Meter verlängern können", erklärt TÜV-Kraftfahrt-Experte Gerd Mylius. "Das bedeutet eine erhöhte Unfallgefahr."

Bei nur noch 50-prozentiger Dämpferleistung verlängert sich der Bremsweg eines Autos mit ESP um 20 Prozent - bei Versuchen stand das Fahrzeug aus 80 km/h nicht nach 30,3, sondern erst nach 36,4 Metern.

Untersuchungen des TÜV über mehrere Jahre ergaben, dass an elf bis 15 Prozent aller drei Jahre alten Pkw die Stoßdämpfer nicht mehr richtig funktionierten. Bei den älteren Fahrzeugen waren es bis zu 20 Prozent.

Stoßdämpfer sind Schmutz, Korrosion und Nässe ausgesetzt. Nach 60.000 bis 80.000 Kilometern ist das Material ermüdet und sollte ausgetauscht werden. Bei halber Dämpferwirkung verlieren die Hinterräder bei holpriger oder nasser Fahrbahn viel schneller den Bodenkontakt und das Heck bricht aus.

ABS, ASR und andere elektronische Stabilitätssysteme brauchen optimalen Fahrbahnkontakt. Die Räder des Fahrzeugs müssen stets mit der Fahrbahn in Kontakt bleiben, damit die Systeme funktionieren. So kann ein defekter Stoßdämpfer die Systemsteuerung durcheinander bringen, Aquaplaning setzt erheblich früher ein, darüber hinaus verschleißen die Reifen schneller.

Gerade weil der Fahrzeugbestand in Deutschland immer älter wird, sollten Gebrauchtwagenkäufer die Dämpfer prüfen lassen. Aus Sicherheitsgründen, aber auch, um teure Folgekosten an Reifen oder Fahrwerk zu vermeiden.

Check-up für Stoßdämpfer

Übrigens : Wenn Sie auch nur eine der folgenden Fragen mit "Ja" beantworten, sollten die Stoßdämpfer Ihres Fahrzeugs nach Ansicht des TÜV Rheinland getestet werden.

Taucht Ihr Fahrzeug in engen Kurven vorn stark ein?

Sind Ihre Reifen immer schnell verschlissen?

Reagiert Ihr Auto stärker auf Seitenwind?

Fährt Ihr Wagen unruhig?

Flattert das Lenkrad?

Reagiert Ihr Auto empfindlich bei Bodenwellen, Straßenkuppen und Schlaglöchern?

Sind Sie mit Ihrem Auto schon mehr als 80 000 Kilometer gefahren, ohne die Stoßdämpfer überprüfen zu lassen?

Ist Ihr Fahrzeug oft voll beladen?

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