Leichtere Automobile
Werkstoffmix reduziert das Gewicht

Einem europäischen Forscherteam ist es gelungen, einen superleichten Werkstoff zu entwickeln, der den Automobilbau revolutionieren könnte. Tragenden Karosserie- und Fahrwerksteile aus Magnesium-Legierungen wären im Automobilbau eine Sensation.

DÜSSELDORF. Im Rahmen eines EU-Projektes suchten Forscher aus Deutschland, Schweden und Israel zusammen mit Werkstoffexperten von VW, Opel und Fiat nach neuen Magnesium-Legierungen. Sie schmolzen das Leichtmetall mit geringen Mengen Aluminium, Zink und Mangan ein und testeten die Ergebnisse anschließend unter praxisnahen Bedingungen. Heraus kamen leichte und extrem belastbare Legierungen, von denen einige „exzellente Materialeigenschaften haben und zum Bau von sicherheitsrelevanten Bauteilen am Fahrwerk geeignet sind“, teilte das Forscherteam mit.

Tragenden Karosserie- und Fahrwerksteile aus Magnesium-Legierungen wären im Automobilbau eine Sensation. Sie würden den Konstrukteuren viele Sorgen ersparen. Magnesium besitzt genau die Eigenschaft, nach der alle Automobilhersteller derzeit suchen: wenig Gewicht. Es ist etwa ein Drittel leichter als Aluminium und zwei Drittel leichter als Stahl und gilt als möglicher Ausweg aus einer Zwickmühle. Mehr Komfort und Sicherheit machen die Autos seit Jahren immer schwerer. Ein Mittelklasse-PKW wiegt heute 30 Prozent mehr als vor 15 Jahren.

Dabei sind die Autohersteller gezwungen Gewicht zu sparen, um den Kraftstoffverbrauch und die CO2-Emissionen zu senken. Als Faustformel in der Branche gilt: 100 Kilogramm weniger Fahrzeuggewicht führen je nach Motor zu einer Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs um bis zu 0,4 Liter pro 100 Kilometer.

Aus diesem Grund setzen die Hersteller schon seit längerem auf leichtere Werkstoffe wie Aluminium, Magnesium, Kunststoffe und Faserverbundmaterialien. Darüber hinaus konnte mit speziellen Stahllegierungen Gewicht eingespart werden, in dem Bleche aus Spezialstählen dünner gefertigt werden konnten.

Vor allem mit dem Werkstoff Magnesium waren große Hoffnungen verbunden. Bisher können die Autobauer das leichte Metall aber unter anderem wegen der schlechteren Verformbarkeit und geringen Steifigkeit nur sehr begrenzt im Auto einsetzen. In modernen PKW beträgt der Magnesium-Anteil noch unter zehn Kilogramm. Experten sind jedoch davon überzeugt, dass mit neuen Legierungen der Anteil enorm steigen könnte.

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