Leuchtdiode im Autokennzeichen verbessert Wahrnehmbarkeit
Nummernschild leuchtet im Dunkeln

NEUSS. „Das ist schlicht eine flache Leuchte, die durchsichtig ist und retroreflektierende Eigenschaften hat“, sagt der 59-jährige. Er hat das Schild während der 15 Prozent seiner Arbeitszeit entwickelt, in der die Forscher des Konzerns Dinge frei nach ihren Interessen entwickeln können.

Das Schild besteht aus zwei Teilen: Rund zehn Millimeter dick ist zum einen die Leuchte aus einer LED-Reihe und lichtleitendem Material, die ans 12-Volt-Bordnetz angeschlossen wird. Darauf befestigt wird das durchsichtige Nummernschild aus Kunststoff, in das wie herkömmlich Buchstaben und Ziffern geprägt sind. Tagsüber und flüchtig betrachtet sieht das Schild aus wie jedes andere – nachts aber zeigen sich recht auffällige Unterschiede: Statt wie bislang von zwei Lampen angestrahlt zu werden, die in der Kofferraumklappe versteckt sind, strahlt das neue Schild gleichmäßig von innen heraus und ohne Schattenbildung – und das bei rund zehnmal niedrigerem Stromverbrauch.

Die wesentlichen Vorteile gegenüber herkömmlichen Schildern liegen aber auf anderen Gebieten: in der Sicherheit und im Design. In einer Studie, die die Gesellschaft für Ursachenforschung bei Verkehrsunfällen (GUVU) für 3M durchgeführt hat, „haben wir nur Vorteile festgestellt“, sagt Wilfried Echterhoff von der GUVU. Vor allem bei der Helligkeit, Auffälligkeit und Wahrnehmung sei das neue Schild ein Fortschritt. „Diese Vorteile können die Verkehrssicherheit erhöhen“, sagt Echterhoff. Zum Beispiel, weil Lichter vorausfahrender Fahrzeuge nachts beim Spurwechsel nicht mehr im Meer aus roten Lampen verschwimmen.

Der Design-Vorteil ergibt sich für die Automobilkonstrukteure. Sie können das Heck neuer Fahrzeuge freier gestalten als bisher. „Das Nummernschild kann endlich der Karosserie untergeordnet werden“, sagt Lutz Fügener, Leiter des Studiengangs Industrial Design/Transportation Design der Hochschule Pforzheim. Zurzeit gibt es strikte Vorschriften, zum Beispiel die eines 8-Grad-Neigungswinkels für das Schild -, die eine rund 7 Zentimeter tiefe Einbuchtung in der Heckklappe nötig machen.

Bislang hat allerdings noch kein Autobauer den Design-Vorteil für sich entdeckt. Daher wird das leuchtende Kennzeichen in Deutschland Ende des Jahres zunächst bei den Zulassungsstellen angeboten. 3M hofft jährlich rund 500 000 Stück davon verkaufen zu können. 50 bis 70 Euro soll die flache Lampe kosten, hinzu kommen die Kosten für das Kunststoffschild sowie Kosten für die Montage. Das Nummernschild aus Blech kostet derzeit rund 20 Euro.

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