Lexus IS 300h
Außenseiter auf Angriffskurs

Neben Audi, BMW und Mercedes spielen die Japaner ab Mittelklasse aufwärts eine Nebenrolle. Das will die noble Toyota-Marke Lexus nicht länger auf sich sitzen lassen. Sie schickt die dritte Generation des IS ins Rennen.
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BerlinWenn Ende Juni der neue Lexus IS an den Start geht, soll er gegen Audi A4, 3er BMW und Mercedes C-Klasse zumindest einen Achtungserfolg erzielen. Schärfer gezeichnet als je zuvor und mit einer betont sportlichen Abstimmung geht der Außenseiter auf Angriffskurs und will die Kunden der deutschen Hersteller mit mehr Emotionen und Fahrspaß ködern. Der Preis für die Limousine beginnt ab 34.200 Euro.

Schnittiger und sportlicher

Die Designer haben den IS komplett neu eingekleidet und ihm einen aggressiv gestylten Diabolo-Grill ins Autogesicht geschnitten. Die Ingenieure haben vor allem an Details gefeilt. Zugunsten der Hinterbänkler wurde der Radstand um acht Zentimeter gestreckt. Auch der Fahrer sitzt besser: Die Sessel sind nun wie in einem Sportwagen geformt. Der Fahrer rückt zwei Zentimeter näher an den Asphalt und greift in ein steiler montiertes Lenkrad.

Spürbare Änderungen gibt es am Fahrwerk: Die Abstimmung ist insgesamt straff, die Lenkung scharf und präzise, die Federn und Dämpfer sind auf Knopfdruck mal weich und komfortabel oder hart und bestimmt. So bleibt das Auto auch bei hohen Geschwindigkeiten ruhig in der Spur und liegt stabil in Kurven.

Dem Hybrid-Herz fehlt es an Schlagkraft

Ausgerechnet dem Herz des vermeintlichen Sportlers fehlt es an Schlagkraft: Weil der IS nicht nur sportlich, sondern auch besonders sparsam sein soll und Lexus als Toyota-Marke auf den Hybridantrieb schwört, gibt es statt eines drehmomentstarken Diesels einen Teilzeitstromer. Dieser erweist sich bei der ersten Ausfahrt als ziemlich lustlos.

Auf dem Papier macht er mit einer Systemleistung von 223 PS und Drehmomentwerten von 300 Newtonmetern (Nm) bei der E-Maschine und 221 Nm beim 2,5 Liter großen Vierzylinder-Benziner noch eine ganz gute Figur. Aber in der Praxis wirkt er mau und müde. Das liegt nicht nur an der völlig unverständlichen Selbstbeschränkung auf 200 km/h, mit der man bei den eiligen Viel- und Firmenfahrern gar keinen Stich machen kann.

Kommentare zu " Lexus IS 300h: Außenseiter auf Angriffskurs"

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  • Habe gerade einen Lexus 300h bestellt, obwohl es auch mich ärgert, dass in Sachen Fahrspass und Wertigkeit des Innenraums dem Toyota/Lexus-Management mitteleuropäische Wünsche scheinbar ziemlich egal sind (der Hauptmarkt ist nun mal USA). Aber wenn man keinen Diesel will, ist es trotzdem der beste Kompromiss zwischen geringen Emissionen und Fahren in gehobener Mittelklasse. Wenn es ein vergleichbares Hybrid-Modell von Audi oder Mercedes gäbe, würde ich lieber das kaufen, allein schon wegen des Wiederverkaufswertes. Hoffentlich in drei Jahren dann, wenn ich wieder wechseln werde.

  • Die Kriterien des Redakteurs sind noch von gestern. Als ob 200 km/h nicht reichen würden und man an Ampeln unbedingt eine Beschleunigung wie bei einem Kapmfjet bräuchte. Einfach mal Umdenken ! Jeder möchte möglichst komfortabel und sicher ans Ziel kommen und nicht dem Vettel Konkurrenz machen.

  • Schade dass Toyota und Lexus den Trend bei den deutschen Premiummarken folgt, leider auch bei der Qualität.

    Kauft lieber deutschen Einheitsbrei, Japaner sind nur was für Kenner und Liebhaber.

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