Liebhaber-Stücke
Zickiges Kind der Sechziger: NSU Ro 80

Als die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) 1967 ihre Tore öffnete, war schnell klar, dass der NSU Ro 80 Star der Messe sein würde. Die erste Überraschung bestand schon darin, dass man in Neckarsulm überhaupt ein solches Auto baute.

HB NECKARSULM. Bisher war das Unternehmen im Autobereich vor allem für die eher kompakten Gefährte mit dem Namen Prinz bekannt. Und nun dies: ein Auto, das alle staunen ließ. Der damals noch recht exotische Windkanal war während der Konstruktionsphase ausgiebig genutzt worden. Heraus kam eine keilförmige Silhouette mit bemerkenswert flacher Frontpartie und sehr stark geneigter Windschutzscheibe. Die flache Front wurde aber erst durch den Motor möglich. Das Kürzel Ro steht schließlich für Rotationskolbenmotor, auch bekannt als Wankelmotor.

Felix Wankel war von den herkömmlichen Otto- und Dieselmotoren nicht wirklich überzeugt. Das Prinzip der immer wieder von oben nach unten rasenden Kolben hielt er für alles andere als perfekt. Schon 1954 hatte er seine Idee des Motors mit drehendem Kolben umgesetzt. Beim Wankelmotor sind weniger Bauteile nötig als bei herkömmlichen Aggregaten, außerdem wiegt er weniger und benötigt weniger Platz.

Der Ro 80 bekam sogar gleich die nächste Evolutionsstufe des Motors unter die Haube, den Zweischeiben-Kreiskolbenmotor. Zwei so genannte Kammern mit jeweils 497,5 Kubikzentimetern Hubraum brachten es auf eine Motorleistung von immerhin 115 PS. Damit beschleunigte der NSU in 12,8 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und ließ Autobahngeschwindigkeiten bis zu 180 Stundenkilometern (km/h) zu. Als sparsam gilt der Wankelmotor jedoch bis heute nicht. Angegeben wurde der Verbrauch des NSU Ro 80 mit 15 Litern Normalbenzin.

Für Sparsame war der große NSU ohnehin nicht die richtige Wahl. Schon von der Anschaffung her lag er mit einem Preis von 14 190 Mark deutlich über den Konkurrenten. Immerhin bekamen NSU-Käufer neben der serienmäßigen Extravaganz auch eine reichhaltige und moderne Ausstattung. Ab Werk gab es die Servolenkung ebenso wie ein halbautomatisches Getriebe und Scheibenbremsen.

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