Massenrückruf
Airbag-Skandel weitet sich aus

Im Innenraum herumfliegende heiße Metallteile, ausgelöst durch unerwartet explodierende Airbags: Das möchte kein Autofahrer erleben. Doch in den USA besteht die Gefahr millionenfach. Und bei uns?
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DüsseldorfDer Skandal um defekte Airbags des japanischen Herstellers Takata weitet sich aus. Die amerikanische Behörde für Fahrzeugsicherheit (NHTSA) warnte am Dienstag die Besitzer von 6,1 Millionen betroffenen Autos allein in den USA. Takata gilt als der weltweit zweitgrößte Hersteller von Airbags und Sicherheitsgurten und beliefert dementsprechend viele internationale Autohersteller. Wegen ähnlicher Probleme mit Takata-Luftkissen mussten in den vergangenen fünf Jahren bereits mehr als zehn Millionen Fahrzeuge zurückgerufen werden.

Die Fahrzeughalter sollten sich umgehend an Rückrufaktionen beteiligen, über die die Hersteller im Einzelfall informieren. Unter den betroffenen Marken ist Chrysler, Ford, General Motors, Honda, Nissan, Mazda, Mitsubishi, Subaru, Toyota, aber auch BMW.

Am Montag hatte die NHTSA noch von 4,74 Millionen betroffenen Autos gesprochen. Die Aktien von Takata brachen daraufhin um 23 Prozent ein. Die Airbags können platzen und Fahrzeuginsassen mit brandheißen umherfliegenden Metallteilen verletzen.

Heute indes kletterten Takata-Aktien in Tokio schon wieder um sieben Prozent. Das Unternehmen leide zwar unter der Rückrufaktion, hieß es. Aber die Meldung, diese werde nur "geringe" zusätzliche Kosten verursachen, kam an der Börse gut an.

Unterdessen berichtet die New York Times über ein Todesopfer, das offenbar bei einem Autounfall von einem durch einen Takata-Airbag ausgelösten herumfliegendem Metallteil eine Stichwunde im Nacken davontrug. Hien Tran aus Orlando (Florida), die einen Honda Accord fuhr, soll bereits das dritte Todesopfer im Zusammenhang mit den aktuellen Airbag-Problemen sein.

Die NHTSA hat für Verbraucher in den USA eine Liste veröffentlicht, aus der hervorgeht, welche Modelltypen in welchen Produktjahren betroffen sind. Die Agentur AP meldete in den USA, von dem Problem des unbeabsichtigten Airbag-Auslösens seien vor allem Fahrzeuge in Küstenregionen mit hoher Luftfeuchtigkeit betroffen.

Für zusätzlichen Ärger und Verunsicherung bei US-Autofahrern sorgte die Tatsache, dass die Warn-Website der Behörde für Fahrzeugsicherheit zeitweise nicht zu erreichen und die Telefon-Hotline offenbar überlastet war, wie Bloomberg berichtet. Die New York Times berichtete zudem zu Wochenbeginn, dass Autofahrer betroffener Modelle von Werkstätten abgewiesen wurden, weil keine Ersatzteile für die Takata-Produkte vorhanden waren.

Der japanische Zulieferer erwartet für das am 31. März 2015 endende Geschäftsjahr einen Rekordverlust von 24 Mrd. Yen (175 Mio. Euro).

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