Mazda 3 im Gebrauchtwagen-Check
Das verflixte siebte Jahr

Mit dynamischem Äußeren und ebensolchem Fahrverhalten hat sich der Mazda3 eine Nische in der Golf-Klasse gesichert. Auch bei der Qualität schlägt sich der Japaner wacker – bis zu einem bestimmten Alter.
  • 1

Knapp 100.000 Mal hat sich der erste Mazda3 deutschlandweit in nur knapp sechs Jahren Bauzeit verkauft. Da der kompakte Japaner überdurchschnittlich treue Besitzer hat, erreichen viele Autos erst jetzt langsam den Gebrauchtmarkt. Für Second-Hand-Käufer ist der Mazda aber nicht nur aufgrund seines häufig guten Pflegezustandes interessant.

Karosserie und Innenraum: Auch wenn man es von außen nicht erkennen kann – der von 2003 bis 2009 gebaute Mazda3 Typ BK teilt sich die Plattform mit dem Ford Focus, kommt aber etwas enger daher als sein deutscher Verwandter. Vor allem der Kofferraum ist mit nur 300 Litern sehr klein geraten. Und das, obwohl der Fünftürer mit 4,42 Metern Länge schon zu den größeren Vertretern seiner Klasse zählt.

Überzeugt die dynamische äußere Form auch ein Jahrzehnt nach Markteinführung noch problemlos, sieht man dem etwas tristen Innenraum sein Alter schon eher an. Zumindest ist die Bedienung simpel und durchdacht, Verarbeitung und Sitze sind ordentlich. Neben dem Fünftürer mit Steilheck gab es den 3er auch als Stufenhecklimousine – sie wurde aber hierzulande nur in homöopathischen Dosen verkauft.

Motoren: Beim Antrieb hatten die Erstkäufer des Mazda3 klare Präferenzen. Rund 60 Prozent entschieden sich für den 1,6-Liter-Vierzylinder mit 77 kW/105 PS, der auch weiterhin für den Alltagseinsatz erste Wahl ist. Mit deutlichem Abstand in der Kundengunst folgte der 2,0-Liter-Benziner mit 110 kW/150 PS, der zwar ordentliche Fahrleistungen bietet, aber an der Zapfsäule kräftig zulangt.

Das gilt natürlich in noch stärkerem Maße für die Top-Version MPS mit dem 191 kW/260 PS starken 2,3-Liter-Turbo – allerdings bietet sie auch den entsprechenden Fahrspaß.

Vergleichsweise selten zu finden sind die Diesel. Gebrauchtwagenkäufer sollten sich nach Möglichkeit eh erst ab dem Facelift 2006 für einen Selbstzünder entscheiden, da vorher kein Rußfilter an Bord gewesen ist. Die Nachrüstung ist zwar möglich (zirka 1.000 Euro), sollte aber bei der Preisverhandlung gleich mit berücksichtigt werden.

Empfehlenswert bei den Dieseln ist vor allem der 1,6-er mit 80 kW/109 PS, der Fahrleistungen und Verbrauch am besten in Einklang bringt. Daneben gibt es einen weiteren 1,6-Liter-Motor mit 66 kW/90 PS und einen 2,0-Liter-Motor mit 105 kW/143 PS. Neben manuellen Fünf- und Sechsganggetrieben war auch eine – allerdings etwas ältliche – Vierstufen-Automatik im Angebot, die jedoch den Verbrauch unnötig hochtreibt.

Ausstattung und Sicherheit: Zu den attraktivsten Neuwagen-Versionen des Mazda3 zählten die Sondermodelle Active und Active Plus, die nahezu mit Vollausstattung aufwarten konnten. Je nach Modelljahr zählten dazu auch seinerzeit in dieser Klasse eher seltene Posten wie Xenon-Scheinwerfer oder Klimaautomatik.

In den Basisvarianten war der Japaner hingegen eher sparsam bestückt – teilweise fehlt sogar der Schleuderschutz ESP. Beim EuroNCAP-Crashtest erhielt der Mazda 2006 vier von fünf Sternen.

Qualität: Der Mazda3 gilt als solider Gebrauchter, was auch die TÜV-Statistik belegt. Bei den Vier- bis Fünfjährigen rangiert er auf Rang 11 in der Liste der zuverlässigsten Modelle. Bei den Sechs- bis Siebenjährigen reicht es allerdings nur noch für Platz 19. Einer der Gründe für die Altersschwäche ist die Rostanfälligkeit.

Meist beginnt es an den Falzen der Türen oder den Radläufen, bei älteren Autos sind dann häufig auch tragende Teile betroffen. Ein genauer Blick und im Zweifel eine Fahrt auf die Hebebühne lohnen sich also. Ebenfalls achten sollte man auf die ESP-Warnleuchte. Brennt diese dauerhaft, kann das auf Probleme mit dem Hydroaggregat hinweisen. Die Reparatur ist mit rund 1.800 Euro recht teuer.

Fazit: Die Treue der Erstbesitzer hat ihren Grund: Der Mazda3 ist zumindest in jungem und mittlerem Alter ein überzeugender Kompakter. Käufer sollten allerdings darauf achten, dass der Vorbesitzer nicht aus Angst vor dem TÜV sein rostendes Auto schnell loswerden will. Die Preise für rund zehn Jahre alte Modelle starten bei knapp 4.000 Euro.

Kommentare zu " Mazda 3 im Gebrauchtwagen-Check: Das verflixte siebte Jahr"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • " kann das auf Probleme mit dem Hydroaggregat hinweisen. Die Reparatur ist mit rund 1.800 Euro recht teuer."

    Im Internet ein bischen suchen , Reparatur ist für rund 400€ mit original Teil möglich. Mazda zieht die Kunden bei den Ersatzteilpreisen über den Tisch. Gleiches Teil bei Ford 1200€ billiger ;-)

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%