Test + Technik

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Mazda3 als Gebrauchtwagen: Topseller mit technischen Schwächen

Erfolg muss nicht immer Wellen schlagen. Es kommt auf die Dimensionen an: Ein gutes Beispiel dafür ist der Mazda3. Auch als Gebrauchter ist er recht bescheiden beim Spritverbrauch. Einen Hinkefuß allerdings gibt es.

Dem Mazda3, hier ein Exemplar der ersten Facelift-Generation, vermiesen laut dem ADAC vor allem schlappe Batterien die Pannenbilanz. Quelle: Pressefoto
Dem Mazda3, hier ein Exemplar der ersten Facelift-Generation, vermiesen laut dem ADAC vor allem schlappe Batterien die Pannenbilanz. Quelle: Pressefoto

BerlinDas Kompaktklassemodell des Mazda3 avancierte zwar kurz nach seiner Einführung vor knapp zehn Jahren zum in Europa meistverkauften Pkw der japanischen Marke. Doch Notiz nahm davon außerhalb des Unternehmens so gut wie niemand. Das mag daran liegen, dass der Mazda3 an sich ein eher unauffälliger Typ ist.

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Mit Blick auf die Fahrzeugtechnik ist der als Schrägheck und als speziell für Europa entwickeltes Stufenheck gebaute Wagen nicht ganz so unauffällig. Dem TÜV sind bei der Hauptuntersuchung defekte Hinterachsen und rostige Türfalzen aufgefallen. Allzu viele Mängel gebe es aber nicht zu beanstanden.

Was es beim Gebrauchtwagenkauf zu beachten gibt

  • Fahrzeugbesichtigung

    Die Mängelsuche beginnt mit einem Rundgang ums Auto. In aller Ruhe sollten Spalte an Stoßfängern, Türen und anderen Anbauteilen in Augenschein genommen werden. Gibt es Unterschiede bei den Spaltmaßen, lässt das meist auf einen Unfallschaden schließen. Gleiches gilt, wenn Reifen unterschiedlich stark abgefahren sind oder das auf den Fahrzeugleuchten angegebene Produktionsdatum nicht mit dem Baujahr des Autos übereinstimmt. Dann wurden die Leuchten schon einmal ausgewechselt - möglicherweise nach einem Crash.

  • Papiere prüfen

    Vor allem bei jüngeren Gebrauchtwagen sollte es unbedingt ein Serviceheft geben, in dem die Fahrzeugwartung lückenlos dokumentiert ist. Zusätzliches Vertrauen schaffen Kundendienstrechnungen, Reparaturnachweise und Prüfberichte. Viele Vorbesitzer im Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) könnten trotz allem auf ein Montagsauto hindeuten - mehr als zwei Halter in fünf Jahren oder drei in sieben Jahren sind verdächtig.

  • Blick unter die Haube

    Abgeplatzter Lack und Beschädigungen an Schraubverbindungen der Karosserieteile im Motorraum können ein Hinweis auf größere Reparaturen sein. Ölspritzer und Wasserflecken begründen den Zweifel an einem einwandfreien Antrieb. Aber auch ein sehr sauberer Motorraum sollte stutzig machen: Mit einer Motorwäsche könnten Spuren beseitigt und Undichtigkeiten kaschiert worden sein.

  • Rostsuche

    Um Korrosionsschäden an der Karosserie auf die Spur zu kommen, lohnt ein Blick in verborgene Ecken, etwa unter den Kofferraumteppich, hinter die Tankklappe und in die Radkästen. Mit etwas Fingerspitzengefühl lässt sich Rost hinter den Schwellern ertasten. Korrosion unter dem Lack ist an einer welligen oder pickeligen Oberfläche zu erkennen. Muffiger Geruch im Innenraum deutet auf Feuchtigkeit im Wagen hin. In diesem Fall nach Möglichkeit den Teppich anheben und nach Wasserpfützen und Rost suchen.

  • Lack-Check

    Ausgebesserte Unfallschäden lassen sich mit bloßem Auge oft nicht erkennen. Indizien dafür sind Farbspuren an eigentlich unlackierten Teilen wie Gummidichtungen und Federbeinen sowie unterschiedlich helle oder matte Lackstellen, die am besten im Tageslicht zu sehen sind. Wenn der Verdacht besteht, dass einzelne Stellen nachlackiert wurden, kann eine Lackdichtenmessung in einer Werkstatt Gewissheit schaffen.

  • Systemtest

    Vor der Probefahrt sind sämtliche Fahrzeugfunktionen zu testen - von der Klimaanlage über elektrische Außenspiegel oder Sitzheizungen bis zum Radio. Unterwegs bleibt die Musik aus, da sie verdächtige Fahrgeräusche übertönen könnte. Beim Einschalten der Zündung müssen die Kontrollleuchten im Cockpit wie für ABS, ESP und Airbags kurz aufleuchten und beim Motorstart erlöschen. Leuchten einzelne Lämpchen weiter oder blinken sie erst gar nicht auf, stimmt etwas nicht. In der Bedienungsanleitung eines Autos sind alle Kontrollleuchten aufgeführt.

  • Probefahrt

    Mal eben eine Runde ums Autohaus zu drehen, reicht nicht. Zur Probefahrt gehören eine Überlandetappe mit mehr als 80 km/h und eine Autobahnfahrt mit 120 km/h. Denn Mängel wie eine verzogene Spur, eine ausgeschlagene Lenkung oder defekte Stoßdämpfer machen sich meist erst bei höheren Geschwindigkeiten bemerkbar. Ein Fahrzeug zieht dann zur Seite, fühlt sich schwammig an oder liegt schlecht in der Kurve. Eine hakelige Schaltung, starke Vibrationen und Ruckbewegungen deuten auf Antriebsprobleme hin.

  • Tachostand

    Bei älteren Autos mit vielen Gebrauchsspuren, aber nur geringer Laufleistung könnte der Tachostand manipuliert sein. Kilometerangaben im Inspektionsheft, auf Prüfberichten, Werkstattrechnungen oder dem Ölwechsel-Aufkleber im Motorraum lassen womöglich einen Betrug auffliegen. Aufschluss darüber könnten auch Nachfragen bei den Vorbesitzern geben, mit welchem Kilometerstand der Wagen jeweils weiterverkauft wurde.

  • Sachverständiger

    Sobald auch nur geringste Zweifel daran aufkommen, dass ein Gebrauchter unfallfrei und technisch in Ordnung ist, sollten Kunden das Auto vor dem Kauf von einem unabhängigen Sachverständigen von TÜV, GTÜ, KÜS oder Dekra begutachten lassen. Das lässt sich in der Regel gut mit einer Probefahrt vereinbaren. Ist der Verkäufer damit nicht einverstanden, könnte er etwas verbergen wollen. Dann gilt grundsätzlich: Finger weg und nach einem anderen Auto suchen.

  • Seriösen Anbieter erkennen

    Ein vertrauenswürdiger Gebrauchtwagenanbieter spricht offen über Vorschäden und Mängel an einem Auto. Er liefert eine lückenlose Fahrzeugdokumentation und im besten Fall ein technisches Gutachten von unabhängiger Stelle mit. Kunden dürfen den Gebrauchten in Ruhe besichtigen, ausführlich Probe fahren, und sie bekommen genügend Bedenkzeit vor dem Kauf. Bei Privatverkäufern gibt es meist günstigere Preise, bei Händlern dafür eine Gebrauchtwagengarantie. Oft können kleine Händler bessere Preise machen als große, da bei ihnen weniger Gemeinkosten auflaufen.

In der Pannenstatistik des ADAC kann sich der Mazda3 nur im Mittelfeld platzieren, was vor allem an Batterieproblemen über alle Baujahre hinweg liege. Bei Dieseln (bis 2006) streiken dem Automobilclub zufolge oft die Turbolader, bei Benzinern (bis 2005) werden recht häufig die Kupplungsnehmerzylinder undicht. Außerdem hat der ADAC festgestellt, dass bei frühen Exemplaren die Kühlmittelpumpen anfällig sind.

Die Modellgeschichte des Mazda3 beginnt im Jahr 2003. Drei Jahre später bekam das Modell ein erstes Facelift, das unter anderem neue Gehäuse für die Rückleuchten brachte. 2009 wurde der Wagen komplett neu aufgelegt und im Winter 2011 erneut überarbeitet. Neben sparsameren Motoren gab es dabei zum Beispiel neue Stoßfänger.

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Unter der Haube kam 2010 ein vergleichsweise sparsamer Diesel zum Einsatz: Das 1,6-Liter-Aggregat soll im Schnitt mit 4,4 Litern auskommen, der aktuell genügsamste Selbstzünder im Mazda3 benötigt nur 0,1 Liter weniger. Je nach Baujahr und Generation leisten die Dieselmotoren zwischen 80 kW/109 PS und 136 kW/185 PS. Die Benziner kommen auf 62 kW/84 PS bis 191 kW/260 PS. Bis dato montiert Mazda in dem Modell ausschließlich Reihenmotoren mit vier Zylindern.

Teuerster Mazda3 der ersten Generation auf dem Gebrauchtwagenmarkt ist der 2.3 MZR MPS als Fließheck mit 191 kW/260 PS von 2009, der in der Schwacke-Liste mit 13.400 Euro aufgeführt ist. Solch ein Wagen hat durchschnittlich 46.200 Kilometer auf dem Tacho.

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Ein Diesel mit Stufenheck von 2007, etwa der 80 kW/109 PS starke Mazda3 1.6 CD DPF-Top, kostet noch rund 8.650 Euro (Laufleistung: 91.500 Kilometer). Wer sich nach einem jungen Gebrauchten umsieht, sollte im Falle eines Mazda3 2.2 MZR-CD DPF High-Line von 2010 mit 110 kW/150 PS um die 14.550 Euro einplanen (Laufleistung: 44.000 Kilometer).

Quelle: dpa
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