McLaren-Scheibenwischer Ultraschall statt Gummilippe

Supersportwagen sollen möglichst windschnittig sein. Selbst kleine Hindernisse wie Scheibenwischer stören da den Luftfluss nur. McLaren will sie daher abschaffen.
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Wie soll man Autos bezeichnen, die jenseits aller Vernunft unterwegs sind, und bisherige Supersportwagen in den Schatten stellen? Hypercars, möglicherweise. Davon gibt es nur wenige. Noch weniger sind es, die eine Straßenzulassung besitzen. Doch genau um diese ebenso extreme wie kleine Zielgruppe geht es Firmen wie Ferrari, Bugatti, Lamborghini, Gumpert, Pagani, Spyker, Koenigsegg.

Und last but not least McLaren Automotive. Mit dem Flügeltürer namens P1 will die PKW-Abteilung der britischen Motorsport-Manufaktur einen der besten Straßensportwagen aller Zeiten konstruiert haben. 375 mal soll er gebaut werden, für einen Basispreis von einer Million Euro ...

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Der McLaren P1 im Düsseldorfer Showroom der Marke, direkt nebenan von Aston Martin. Er greift den Traumwagen LaFerrari von Ferrari an. Beide setzen kompromisslos auf High-Tech, und auf zusätzliche Elektromotoren für einen Extra-Boost. Im Juni 2013 ist das Fahrzeug in einigen Ausstellungsräumen der Marke für Kundenevents zu sehen gewesen, Sitzprobe und Anfassen inklusive ...

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Da freut sich der Autotester: Die dünne Sitzschale passt wie angegossen, hinter der Carbon-"Einstiegsleiste" gehts hinab in eine tiefe und enge Sitzmulde. Die Kopffreiheit lässt gerade genug Raum, um noch einen Helm aufzuziehen.

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Ein bisschen wie in der Formel 1, nur eben viel schöner: Im P1 reift der Fahrer zum Piloten. Er greift in die komplexen Regelungen von Mechanik und Elektronik ein, bis Performance von Mensch und Maschine perfekt harmonieren.

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Ohne genaue Einweisung geht da natürlich gar nichts. Und weil die Aerodynamik, bei sehr starken, sehr leichten und sehr schnellen Autos so wichtig für den gewünschten Abtrieb ist, wird jeder Luftstrom einzeln erläutert. Und das sind einige bei dem gelben Boliden, der 916 Pferdestärken mobilisieren kann, - aus einem 3,8 Liter V8-Biturbo als Mittelmotor und einem zusätzlichen Elektromotor.

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Für manche ist es Spielerei auf höchstem Niveau, für andere unverzichtbarer Teil aktiven Rennsportvergnügens. Im P1 lässt sich die Stärke, mit der das ABS den Fahrer beim Bremsen unterstützt ebenso regeln, wie die Stellung des mächtigen Heckflügels. Eine Launch-Control verdient ihren Namen ebenfalls. Es kommt dem Raketenstart recht nahe, wenn der überwiegend aus Carbon gefertigte Bolide in rund drei Sekunden von Null auf 100 km/h beschleunigt.

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Halten Sie die ebenso eigenwillige wie aufregende Formgebung bitte nicht für willkürlich gewählt. Designer Frank Stephenson ließ sich zwar von der erfolgreichen Rennsporthistorie des mittlerweile 50jährigen Unternehmens inspirieren. Doch letztlich prägte der Windkanal die meisten Rundungen. "Build for purpose" lautete die oberste Maxime. So entstand auch der riesige, außerordentlich geschwungene Spoiler am Heck. Eines von zahlreichen Features, das den P1 unverwechselbar macht.

Rund 110 Jahre nach seiner Erfindung könnte dem Scheibenwischer nun sein letztes Stündlein schlagen. Der britische Hersteller McLaren plant, die gummibewehrten Reinigungsarme abzuschaffen, weil sie die Aerodynamik seiner Sportwagen stören. Stattdessen soll die Windschutzscheibe künftig durch Ultraschall in Schwingung versetzt werden, wodurch sie eine Art Schutzschild aufbauen würde, der Wasser und Schmutz über das Fahrzeugdach ableitet, wie die englische „Sunday Times“ berichtet. Ein ähnliches System kommt bereits bei Kampfjets zum Einsatz.

Die Sportwagen der Briten könnten sich dadurch nicht nur den einteiligen Wischer sparen und dadurch den Windwiderstand reduzieren. Zusätzlich würden Antriebsmotor und Wassertank überflüssig werden, wodurch sich das Gewicht senken ließe. Die Verbrauchseinsparungen und die Verbesserungen der Fahrleistungen wären wohl minimal – im Supersportgeschäft geht es aber oft um Milliliter und Zehntelsekunden.

Das System könnte in zwei Jahren serienreif sein. Ob es aber auch eingesetzt wird, hängt nicht zuletzt von den Behörden ab. Bislang sind konventionelle Wischer vorgeschrieben. Ungelöst ist auch noch ein anderes Problem – denn beim Parken ist das System nicht aktiv, so dass Vogelkot und Baumharz freie Bahn haben und sich wohl nicht anschließend per Ultraschall auflösen.

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