Mercedes 300 SL-Prototyp
Nummer 2 lebt

In diesem Jahr feiert der SL von Mercedes 60. Geburtstag. Die Wurzeln der Modellreihe liegen im Rennsport. Das sieht man vor allem den raren Prototypen an. Ein besonders aufwändig restaurierter wurde in Detroit gezeigt.
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DetroitBei der Premiere des neuen Luxus-Sportlers von Mercedes-Benz auf der North American International Motor Show in Detroitwar auch der zweite jemals gebaute SL zu Gast, der vor kurzem aufwändig restauriert wurde. Er ist immer noch gut anzusehen, auch wenn die Flügeltüren noch klein und das Design noch nicht den Stand der Serienproduktion erreicht hatte.

Die Wurzeln der SL-Klasse liegen im Rennsport: Anfang der 1950er Jahre entwickelt Mercedes-Benz den Rennsportwagen 300 SL (Baureihe W 194). Der Ur-SL absolviert die ersten Probefahrten im November 1951 auf der Solitude-Rennstrecke vor den Toren Stuttgarts, auf dem Nürburgring und auf dem Hockenheimring. Der Presse wird das Fahrzeug am 12. März 1952 auf der Autobahn zwischen Stuttgart und Heilbronn vorgestellt.

Die Rennsaison 1952 verläuft für den Mercedes-Benz 300 SL außerordentlich erfolgreich. Die Ergebnisse der Einsätze lauteten: Plätze zwei und vier bei der Mille Miglia, Dreifachsieg beim Preis von Bern für Sportwagen, Doppelsieg bei den 24 Stunden von Le Mans, Vierfachsieg beim Großen Jubiläumspreis vom Nürburgring für Sportwagen und ein Doppelsieg bei der 3. Carrera Panamericana in Mexiko.

Die Marke hatte sich mit einem Paukenschlag im Motorsport und über den Werbeeffekt zugleich im internationalen Marktgeschehen zurückgemeldet.


Der erste 300 SL existiert nicht mehr; er wurde im Werksbesitz verschrottet. Aber der zweite gebaute Wagen mit der Fahrgestell-Nummer 194 010 00002/52 ist noch vorhanden und ununterbrochen im Werksbesitz, seit er 1951/52 in der Rennwerkstatt gebaut wurde. Dieser älteste existierende SL wurde für das Jubiläum „60 Jahre SL“, das in 2012 gefeiert wird, aufwändig restauriert.

Dabei hat das Mercedes-Benz Classic Center in Fellbach sämtliche Teile des vollständig demontierten Fahrzeugs untersucht und, wenn nötig, nach höchsten Maßstäben an Originalität und Qualität wieder instand gesetzt. Eine klare Vorgabe war, die Substanz in jeder Hinsicht zu erhalten: So erstrahlt der zweite jemals gebaute 300 SL (W 194) zwar wieder in neuem Glanz – doch die Spuren eines langen und aufregenden Fahrzeuglebens zeigt er weiterhin stolz.

Besonders aufwändig war die Restaurierung der Karosserie. Sie ist aus sehr dünnem Aluminium-Magnesium-Blech gefertigt und damit schon von Haus aus empfindlich. Zudem hatte die Zeit sie an vielen Stellen stark gezeichnet. Die Arbeiten der Spezialisten dauerten rund sechs Monate, bis das Blechkleid wieder in voller Schönheit fertig war. Die Restaurierung des Fahrzeugs hat insgesamt zehn Monate gedauert, was angesichts der umfangreichen Arbeiten einen sehr engen Zeitplan beweist.

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