Mercedes ML im Fahrtest
Der Benz für die harte Tour

Die einst harten Burschen verweichlichen, sogar Jeep und Land Rover bieten nun nur eine angetriebene Achse an. Mit dem neuen Mercedes ML kann man aber beherzt vom schlaglochfreien Teerpfad abbiegen.
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KitzbühelDie Verweichlichung der ehemals härtesten Burschen ist allgegenwärtig: Sogar Jeep und Land Rover, bekannt als Ikonen der Geländefahrt, bieten mittlerweile Fahrzeuge mit nur einer angetriebenen Achse an. Beruhigend, dass Mercedes mit der neuesten Generation der ML-Klasse beherzt vom schlaglochfreien Teerpfad abgebogen ist und die Schotter-Piste auch visuell unter die Räder genommen hat. Ein maskulines Styling und robuster Unterbodenschutz an der Bugschürze signalisieren jedem Zweifler: „Hier ist ein echter Offroader unterwegs“. Dennoch erreicht der Wagen einen Luftwiderstandsbeiwert von 0,32, was nicht nur in der SUV-Klasse vorbildlich ist, sondern vor wenigen Jahren nur von Coupes erreicht wurde.

4x4-Antrieb gibt es wie gehabt von Haus aus, allerdings ist die Hochrüstung zur vollen Geländetauglichkeit mit 2 261 Euro zu vergüten. Es beinhaltet nicht nur die Luftfederung, die eine Erhöhung der Bodenfreiheit auf 258 Millimeter erlaubt und eine verstärkte Unterbodenverkleidung, sondern auch drei Differenzialsperren und ein Reduktionsgetriebe. Sich von sinnvollen Erfindungen inspirieren zu lassen, ist keine Schande und so ist der dazugehörige Drehschalter für die Programmwahl von jedem Fahrer besonders leicht zu bedienen, der in den letzten Jahren mal hinter dem Steuer eines Range Rover gesessen hat.

Ohne Beispiel ist hingegen die animierte Fahrzeugdarstellung auf dem Navigationsmonitor, wo bis hin zu den einfedernden Rädern jede Situation im Gelände realitätsgetreu visualisiert wird. Mit ihrer Hilfe kann der ambitionierte Offroad-Novize den staunenden Mitfahrern beweisen, dass der gerade schadlos passierte Abhang ein Gefälle von 60 Prozent aufwies.

Beim Vorgängermodell wurde die Geländeausstattung für die harte Tour je nach Markt von zehn bis 15 Prozent der Kunden bestellt. In ähnlicher Größenordnung wird dies auch von der dritten ML-Generation seit 1997 erwartet.

Zu den lobenswerten Änderungen in der Cockpitgestaltung gehört, dass der Blinkerhebel aufgewertet und höher an der Lenksäule platziert wurde. Wer Jahrzehnte Mercedes fuhr, wird dies womöglich als Zumutung empfinden, für die Markenumsteiger, die Mercedes ja gewinnen will, ist es aber ein wichtiges Detail. Nunmehr ist die Bedienung einfacher und sicherer, da nicht mehr zufällig der Tempomat ausgelöst werden kann, wenn man abbiegen will.

Kommentare zu " Mercedes ML im Fahrtest: Der Benz für die harte Tour"

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  • Die Kursverluste an den Börsen scheinen wohl so manchem Mitbürger den Verstand komplett aus dem Hirn geblasen zu haben :D

  • Der Umweltschutz liegt jedem Deutschen angeblich sehr am Herzen.

    Solange dann aber immer noch solche unsinnigen Stadtpanzer unsere Straßen zupflastern und zur Befriedigung des Egos gekauft werden, kann der Spritpreis ruhig auf 3 Euro den Liter angehoben werden.

    Besser noch, eine saftige Steuer für solche Fahrzeuge.

    500 Euro pro Kilogramm Fahrzeuggewicht dürfte angemessen sein.

    Versicherungsbeiträge verdoppeln.

    Was? Die arme deutsche Autoindustrie?

    Soll sich gefälligst in Richtung Zukunft orientieren, anstatt weiterhin Dinosaurier zu perfektionieren.

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