Morgan Threewheeler
Ein Dreirad für das Kind im Mann

Männer, die glauben dem Alter für Dreiräder entwachsen zu sein, bekehrt der Three Wheeler. Das knorrige Urgestein baut Morgan wieder von Hand, wie schon 1909. Wir fuhren mit im kippeligen Oldtimer ab Werk.
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Hamburg„Das ist der Wahnsinn!“, ruft eine Jugendliche, als sie uns in unserem Morgan Three Wheeler am Hamburger Hafen vorbeifahren sieht. Sie rennt zwischen zwei geparkten Autos an die Straße und versucht noch schnell ein Foto von uns und vor allem von unserem Dreirad zu machen, das vorne zwei und hinten ein Rad hat. Die Reaktion der jungen Frau könnte stellvertretend für dieses Auto und seine Wirkung auf Dritte stehen.

Schon als wir das Testfahrzeug in Empfang nahmen hatte ich die Wahl des Fahrers mit Bedacht getroffen. Nicht nur, weil Tom ein guter Pilot ist, er ist schlank und schmaler als ich. Das ist beim Three Wheeler ein wichtiger Vorteil, da Fahrer und Beifahrer sich eine schmale Bank teilen, deren Sitze nur vom Kardantunnel getrennt sind. Einstellmöglichkeiten gibt es nicht. Dennoch empfinden wir beide sie als bequem.

Türen und ein Dach? Die gibt es auch nicht. Eine Windschutzscheibe erscheint den Herstellern ebenfalls überflüssig, daher gibt es nur Windabweiser aus Plexiglas in der Größe einer Sonnenblende.
Damit wir uns möglichst elegant auf die Sitzbank begeben können, erhalten wir vor dem Start eine Einweisung, wie wir am besten einsteigen, ohne aus Versehen mit dem Fuß einen Außenspiegel abzutreten oder uns an einem der Auspuffrohre zu verbrennen, die an den Seiten angebracht sind. Schon das führt zu einer gewissen Erheiterung.

Als wir hören, dass es neben der obligatorischen Wegfahrsperre einen weiteren Diebstahlschutz gibt, nämlich die Möglichkeit, das Lenkrad abzuziehen, können wir uns ein Lachen nicht mehr verkneifen.

Naja, das Lenkrad lasse sich eher abziehen, damit der Fahrer besser einsteigen könne, erklärt uns die Dame von Morgan. Tom hat das Vergnügen, sich auf der engeren Fahrerseite in das Auto zu fädeln. Allerdings schafft er es den ganzen Tag ein- und auszusteigen, ohne dass er das Lenkrad dafür abnehmen muss.

Die Ausstattung des Three Wheelers ist beeindruckend. Der Wagen hat wirklich einen Kofferraum! Toms Zigarilloschachtel und seine Baseballkappe finden Platz darin. Für mehr ist er dann aber doch zu klein. „Unter der Fronthaube ist noch viel mehr Platz“, erklärt uns die Sprecherin, nur sei es ein wenig „fummelig“, diese wieder einzusetzen.

Unter der Haube ist das Verbandszeug verstaut. Der Motor ist vor der Fronthaube montiert – ein großvolumiger und langhbiger luftgekühlter Zweizylinder V-Motor von S&S, der wie eine Harley-Davidson klingt. Ein Ohrenschmaus, der unsere Herzen höher schlagen lässt.

Die Innenausstattung des Morgan Three Wheelers ist schnell beschrieben. Das Armaturenbrett ist übersichtlich und gut strukturiert. Es enthält zwei Rundinstrumente, einen Tacho und einen Drehzahlmesser, zwischen denen unter einer Klappe der Startknopf liegt. Darunter befinden sich vier kleine Metallstäbchen – die Schalter für Licht, Nebellicht, Warnblinker und die Hupe!

Endlich darf ich als Beifahrer auch mal aktiv sein. Heute ist es meine Aufgabe zu hupen, wann immer mir danach ist, um so andere Leute zu grüßen. Für etwas anderes brauchen wir die Hupe nämlich nicht. Als besondere Überraschung finden wir auf der Beifahrerseite unter dem Armaturenbrett ein Fach mit einem Anschluss für ein Smartphone.

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„Der Wagen lebt!“

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