Moto Guzzi California 1400 Custom
Eile mit Weile

Moto Guzzi belebt mit der California 1400 die eigene Geschichte neu. Die lang gestreckt und muskulös wirkende Maschine wartet mit dem größten V2-Motor in der Geschichte des italienischen Traditionsherstellers auf.
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Barcelona/SpanienNach der Version "Touring" kommt Moto Guzzi nun mit der California 1400 Custom für 17.950 Euro zu den deutschen Händlern. Sie spricht ein anderes Publikum als das Schwester-Modell an. Ist die Touring für Motorrad-Reisende gemacht, so soll die Custom extrovertierte Biker ansprechen. Dafür haben die Designer alles Überflüssige entfernt, denn die lang gestreckt und muskulös wirkende Custom kommt als die Essenz eines Motorrads daher, für die zwei Räder, Motor, Sitzbank und Lenker genügen.

Dabei ist diese Guzzi alles andere als von gestern, wie der moderne polygonale Scheinwerfer mit Tagfahrlicht und die doppelte LED-Rücklichtleiste beweisen. Die Silhouette prägt ein 90-Grad-V2-Motor, der seine beiden Zylinder seitlich in den Fahrtwind reckt.

Seit den Sechziger Jahren ist diese Bauweise charakteristisch für Moto Guzzi, doch der 1380-ccm-V2-Motor ist der größte, den die Italiener jemals gebaut haben. Er entwickelt bereits bei 2 750 Umdrehungen ein Drehmoment von 120 Nm. Auch die 96 PS Leistung, die eine Kardanwelle ans Hinterrad liefert, beschleunigen das 318 Kilo schwere Motorrad standesgemäß.

Als Assistenz-Systeme sind ein Tempomat und verschiedene Fahrprogramme an Bord, die Motorcharakter und Leistungsentfaltung beeinflussen. Die dazugehörigen Anzeigen im zentralen LCD-Instrument verkörpern italienische Lebensart: "Turismo" steht für genussvolles Dahingleiten bei voller Leistung und bei "Veloce" geht es rasant zur Sache. "Pioggia" ist die Schlechtwetter-Stellung, in der die Elektronik weniger Leistung freigibt und die Gasannahme sanfter gestaltet. Guten Fahrkomfort gewährleistet der neue Doppelschleifenrahmen, der die Vibrationen der Motor-Getriebe-Einheit wirkungsvoll filtert. Die beiden Federbeine mit Ausgleichsbehälter dämpfen hervorragend und sind hochwertiger als bei der Touring.

Per Schaltwippe und leichtgängiger Kupplung bedient der Fahrer das Sechsgang-Getriebe mit Overdrive. Der Gangwechsel klappt problemlos und nur der Leerlauf ist schwer auffindbar. Die California Custom schiebt aus dem Stand nachdrücklich und fährt bei Bedarf mit durchdrehendem Hinterrad davon. Dagegen hilft die dreistufige Traktionskontrolle, die in der sensibelsten Einstellung sogar bei Geradeausfahrt das Drehmoment am Hinterrad über weniger Vorzündung einbremst. Für schnelle Verzögerung sorgen Vierkolben-Bremszangen mit serienmäßigem ABS.

Der Lenker nötigt dem Fahrer eine leicht nach vorne ausgerichtete Haltung in 74 Zentimeter Sitzhöhe ab. Dadurch bekommt er die Guzzi gut unter Kontrolle. Neben den Landstraßen liegt in der Stadt das Revier der California Custom – Eine gute Figur auf der Flaniermeile macht die Guzzi wie kaum eine andere. Einlenken und Fahrspurwechsel geschehen ohne größeren Kraftaufwand. Nur beim ganz engen Abbiegen stört das Gewicht und der Fahrer muss mit Körpereinsatz dagegen halten.

Feine Details wie schwarz lackierte Räder mit rotem Moto Guzzi-Logo, schwarze Spiegel und die beiden großen Auspuffrohre verkörpern den Gedanken, der hinter der California Custom steckt – diese Guzzi ist ein Luxusgut mit Dynamikanspruch.

Technische Daten:

Straßenmotorrad mit luft-/ölgekühltem V2-Viertakt-Motor,
vier Ventile je Zylinder, dohc,
Hubraum: 1.380 ccm, Bohrung x Hub 104,0 x 81,2 mm,
max. Leistung 71 kW/96 PS bei 6.500 U/min,
max. Drehmoment 120 Nm bei 2.750 U/min,
elektronische Kraftstoffeinspritzung, Doppelzündung,
geregelter Katalysator, Sechsganggetriebe, Kardanantrieb,
Doppelschleifen-Stahlrohrrahmen, Telegabel,
Zweiarmschwinge mit zwei Federbeinen,
zwei Scheibenbremsen vorn, eine hinten, ABS,
Reifen vorn 130/70 R 18, hinten 200/60 R 16,
Sitzhöhe: 740 mm, Tankinhalt: 20,5 Liter, Leergewicht: 318 kg,
Preis: 17.950 Euro.

Kommentare zu " Moto Guzzi California 1400 Custom: Eile mit Weile"

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  • Naja, dass Hinterteil sagt mir nicht zu und ansonsten frage ich mich, was soll dass?
    320 KG Leergewicht und eund 100 PS für ein Bike, dass man eher fährt, wie einen Shopper?
    Ein Motor wie ein Geschwülst, für die Stadt unhandlich, für die Landstraße ok, wenn man Bergstrexken und Serpentinen wegläßt. Auf der Autobahn kann man dann die schickeren, smarteren Maschienen bewundern, die keinen Cw-Wert wie ein Kleinlaster haben und die freundlich mit der Heckflosse winken, wenn sie lässig vorbei sausen.
    (...)
    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

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