Moto Guzzi V7 Special
Eine Guzzi ist eine Guzzi ist eine Guzzi

Ein Motorrad muss nicht unbedingt viel Leistung haben, um Spaß zu machen. Manchmal reichen schon 48 PS und ein paar ganz einfache Zutaten, wie sie Moto Guzzi in seine V7 gepackt hat.
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In Zeiten, in denen Motorleistungen von 100 bis 150 PS fast schon als Basismotorisierung gelten, sind 48 PS nicht wirklich erwähnenswert. Oder etwa doch? Die Marke Moto Guzzi, die – wie BMW in schon fast vergangenen Zeiten – auf die Kühlung ihrer V2-Motoren mittels Fahrtwind und Motoröl setzt, begnügt sich für ihre Einsteiger-Baureihe V7 mit exakt dieser Spitzenleistung – und fährt prima damit.

Rund die Hälfte der 6.800 im vergangenen Jahr produzierten Moto Guzzis tragen das V7-Emblem. Mit einer „Special“, aber auch mit dem Basismodell „Stone“ und dem auffälligen „Racer“ rund um den Comer See zu flanieren, ist ein wunderbares Erlebnis. Die gebotenen 48 PS reichen dazu voll und ganz.

Mit 35 kW/48 PS sind die drei V7-Versionen perfekt für Besitzer des Führerscheins A2 geeignet. Doch auch wer eine offene Lizenz besitzt, findet mit der V7 seinen Spaß: Nur selten saßen wir auf Motorrädern, die noch handlicher waren, sich noch leichter ums Kurven-Winkelwerk am eindrucksvollen Comer See und den in teils schwindelnde Höhen führenden Bergstraßen bewegen ließen. Auf der V7 peilt der Fahrer die Kurve nur an, und schon macht das nur 198 Kilogramm wiegende Motorrad exakt das, was sein Pilot will – es nimmt die Biegung praktisch wie von alleine. Faszinierend. Das funktioniert übrigens auch mit Sozia vorzüglich, vorausgesetzt freilich, die Dame verhält sich neutral. Die für sie zur Verfügung stehende Sitzfläche ist freilich nicht die üppigste.

Weil die Straßen rund um den Comer See ausnahmslos kurvig und oftmals zudem unübersichtlich sind, fühlt man sich mit der V7 kein bisschen untermotorisiert – im Gegenteil: Man muss den altertümlich mit nur zwei Ventilen pro Zylinder operierenden V2-Motor noch nicht einmal ausquetschen, um flott unterwegs zu sein. Das Triebwerk bringt zwischen 2.000 und 5.000 Umdrehungen nämlich satt Leistung, dreht aber auch willig bis 6.500 Touren.

Dabei bollert’s dezent aus den beiden Edelstahl-Auspufftöpfen; zwei Lambda-Sonden sowie ein Dreiwege-Katalysator sorgen für Euro 3-konforme Abgaswerte. Ein angenehmer Antrieb, dessen Konsum mit 4 bis 5,5 Litern Superbenzin – abhängig von Fahrweise und Drehzahlnutzung – angemessen erscheint.

Weniger zeitgemäß wirkt dagegen die Bremsanlage, obwohl die vordere Vierkolben-Bremszange vom Edelhersteller Brembo bezogen wird. Man muss trotz der schönen Stahlflex-Bremsleitungen schon ordentlich zupacken, um die Bremszange so richtig in die riesige 320 mm-Einzelscheibe reinbeißen zu lassen; auf trockener Straße zumindest wird das nicht angebotene ABS deshalb auch nicht vermisst. Bei Nässe mag das anders sein. Die hintere Bremse hilft tapfer mit, die V7 zu verzögern, blockiert aber bei einem kräftigen Tritt aufs Bremspedal erwartungsgemäß bald; das ist bekanntlich in der Regel weitgehend ungefährlich.

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