Motoren: Zwei gute Bekannte
Porsche Targa: 911er mit Allrad und Glaskuppel

dpa-infocom HAMBURG. Auf den neuen 911 Targa haben gewiss nicht alle Porsche-Fans gewartet: Zehn Prozent Anteil hatte der halb offene 911er in den letzten Jahren an den Verkäufen. Im November 2006 kommen die neuen Varianten 911 Targa vier und 911 Targa 4S zu den Händlern.

Wegen des permanenten Allradantriebs kostet der Neue einige Tausender mehr als der Alte. Und so ist abzuwarten, ob der Verkaufsanteil trotz der vielen Verbesserungen steigen wird. Zumindest die Optik hat gewonnen: Wegen des Allradantriebs ist der Heckbereich des neuen Targa um 44 Millimeter verbreitert. Das gibt dem Auto von hinten einen richtig kräftigen Ausdruck.

Im Targa vier arbeitet der 3,6 Liter große Sechszylinder-Boxermotor mit 325 PS. In der stärkeren S-Variante kommt der 3,8-Liter mit 355 PS zum Einsatz. Das serienmäßige Sechsgang-Schaltgetriebe erfordert wie die Kupplung nur wenig Kraftaufwand und erfreut mit präzisen Schaltwegen. Dank des permanenten Allradsystems liegt der Targa in Kurven wie ein Brett und die Lenkung erscheint uns weniger nervös als in den heckgetriebenen Modellen. Im Unterschied zu den anderen Elfern sind Federn und Stabilisatoren beim Targa weicher abgestimmt, sodass man ihn getrost als den komfortabelsten aller 911er bezeichnen kann. Auch das verstellbare Fahrwerk Pasm (Porsche Active Suspension Management) hat eine weichere Kennlinie. Dennoch sind extrem hohe Kurvengeschwindigkeiten und eine manuell wählbare harte Sporteinstellung möglich.

Breite Zierleiste und Heckklappe

Das große Glasdach verleiht dem Sportwagen seinen eigenständigen Charakter. Die breite seitliche Zierleiste entlang des Dachrahmens ist allerdings gewöhnungsbedürftig. Das Dach lässt sich bei jeder Geschwindigkeit elektrisch in sieben Sekunden bis zu einem halben Meter öffnen. Die Öffnung entspricht der doppelten Fläche eines 911- Coupé-Schiebedachs. Windgeräusche und Luftverwirbelungen bleiben auf niedrigem Niveau. Gegen zu starke Sonneneinstrahlung schützt ein Sonnenschutzrollo.

Der Clou des Targa ist aber nicht nur das große Sonnenfenster im Dach, sondern auch die Tatsache, dass er das einzige 911-Modell mit einer großen Klappe ist: Eine per Gasdruckfedern nach oben schwenkende Glasheckscheibe ermöglicht das einfache Beladen des Gepäckraums hinter den Vordersitzen. Bei den anderen Elfern muss man hierzu das Ladegut durch den engen Spalt zwischen geöffneter Tür und vorgeklappter Sitzlehne bugsieren. Bei umgeklappten Rücksitzen stehen hinten immerhin 230 Liter Stauvolumen zur Verfügung.

Preise: Ab 91 843 Euro

Einiges an Kleingeld muss man für den Targa allerdings schon beiseite gelegt haben: Kostet das ganz normale 911 Carrera Coupé 77 923 Euro, so sind für den Offen- und Allradspaß des Targa mindestens 13 920 mehr mitzubringen. So liegen die Preise für den 911 Targa vier bei 91 843 Euro und bei 102 167 Euro für die stärkere und reichhaltiger ausgestattete S-Version.

Fazit: Eigenständiger Elfer mit Glaskuppel

Der Porsche 911 Targa vier - egal ob mit 325-PS-Maschine oder in der 30 PS stärkeren Variante 4S - zeigt sich als ganzjahres tauglicher offener Sportwagen. Durch den geänderten Dachverlauf mit spitzem Seitenfensterwinkel, das breitere Allrad-Heck und die große getönte Glasfläche hat er eine ganz besondere Ausstrahlung.

Der Targa ist komfortabler abgestimmt als Coupé und Cabriolet und ermöglicht ein äußerst bequemes Dahingleiten mit dem zusätzlichen Genuss, die frische Luft wahrzunehmen, aber auch nicht zu viel davon. Bei Bedarf kann der Targa aber auch genauso sportlich bewegt werden wie seine Brüder. Preislich ist er zwar deutlich teurer als das Coupé, aber doch 2 400 Euro billiger als das allradgetriebene Cabrio. So gibt die neue 911-Variante den Porsche-Fans einmal mehr die Qual der Wahl.

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