Motorentechnik
Hybrid: Ein Zwilling auf dem Vormarsch

Die Zeiten sind vorbei, da Hollywood-Star Leonardo di Caprio belächelt wurde, als er sich öffentlich für umweltfreundliche und Sprit sparende Autos mit Hybrid-Motoren stark machte. Vor allem der mit einem Hybrid-Motor angetriebene Toyota Prius hatte es di Caprio angetan.

Diese automobile Vorliebe teilte er mit vielen Amerikanern, denn der bald größte Autohersteller der Welt, der in der Oberklasse mit der Marke Lexus aufwartet, verkaufte im vergangenen Jahr in den USA rund 108 000 Prius. Das waren doppelt so viele wie im Jahr zuvor.

Der japanische Autogigant Toyota ist unbestritten der Marktführer in der Hybrid-Technik, die auf die Kombination eines Benzin- und Elektromotors setzt. Die Funktionsweise ist einfach: In bestimmten Fahrsituationen wird das Auto nur mit dem Elektromotor gefahren. Bei höherer Leistung schaltet sich der Benzinmotor hinzu.

Hinzu kommt eine äußerst aufwendige Elektronik, die verantwortlich ist für das Zusammenspiel der beiden Motoren, das Aufladen der Speicher-Akkus sowie die Rückgewinnung von Energie, die beim Bremsen des Fahrzeugs entsteht.

Das komplexe Antriebssystem wirft aber noch einige Fragen auf. Zum Beispiel: Wie lange halten die Batterien? Was kostet ihr Austausch? Wie laufen die Autos bei extremer Kälte? Interessant dürfte auch die Frage nach dem Wiederverkaufswert eines Hybrid-Fahrzeugs sein. Kein Vorteil sind auf jeden Fall das hohe Gewicht der Karossen und das sehr komplexe Motorsystem.

Was klar für die Fahrzeug-Gattung spricht, sind die in Zeiten hoher Energiepreise vergleichsweise geringen Verbrauchswerte. Auf der 100-Kilometer-Distanz begnügt sich zum Beispiel der Prius mit vier bis fünf Liter Superbenzin. Voraussetzung ist natürlich, dass der Fahrer nicht ständig den Bleifuß zum Einsatz bringt, sondern sich einer zurückhaltenden Fahrweise bedient.

In Deutschland ist die Hybrid-Welle aber noch nicht ins Rollen gekommen. Das Kraftfahrt-Bundesamt meldete Anfang des Jahres gerade einmal 6 000 Autos mit Hybrid-Antrieb.

Doch die deutschen Hersteller reagieren auf die neue Antriebstechnik. Bereits im September vergangenen Jahres schlossen Daimler-Chrysler, BMW und General Motors ein Abkommen, um die Hybrid-Technik in gemeinsamer Kooperation voranzubringen. Als Partner gehen auch VW, Audi und Porsche gemeinsam an den Start. Volkswagen hat sich überdies mit den Autozulieferern Continental und ZF Friedrichshafen zusammengeschlossen und mit der Entwicklung eines Hybrid-Antriebs begonnen.

Der Marktanteil der Hybrid-Fahrzeuge, in den USA liegt er momentan bei knapp zwei Prozent, ist zwar noch gering, doch Experten gehen von hohen Zuwachsraten aus. Bis 2010 sollen weltweit bis zu 2,4 Millionen Autos mit der neuen Antriebstechnik auf den Straßen unterwegs sein, aktuell sind es 310 000 Fahrzeuge. Leonardo di Caprio wird das freuen.

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