Motorrad-Historie
Die Geburt der Big Bikes: Kawasaki 900 Z1

Das Jahr 1972 war voller geschichtsträchtiger Ereignisse: Da gab es das Misstrauensvotum gegen Bundeskanzler Willy Brandt und einen Einbruch in Washington, der die Watergate-Affäre auslöste.

dpa/tmn HAMBURG. Science-Fiction-Liebhaber freuten sich über die erste Folge von "Raumschiff Enterprise" im Deutschen Fernsehen, und musikalisch bleibt "Akropolis Adieu" von Mireille Mathieu in zwiespältiger Erinnerung. Für Motorradfans ist 1972 aber vor allem das Jahr, in dem die Neuzeit des Zweiradfahrens begann: Denn mit der 900 Z1 von Kawasaki wurde jene Maschine präsentiert, die bis heute als Ursprung aller hubraumstarken Big Bikes gilt - und sich nebenbei noch den wenig löblichen Beinamen Frankensteins Tochter verdiente.

Bis in die 60er Jahre war das Motorrad vor allem eine europäische Sache: Man fuhr Marken wie BMW oder Triumph, nur die ganz Wilden gönnten sich eine Harley-Davidson. Vor allem ab der zweiten Hälfte des Jahrzehnts rückten aber auch die japanischen Marken ins Blickfeld. Wirklich ernst genommen wurden sie jedoch eigentlich erst ab jenem Moment, als die Firma Honda Ende 1968 in Tokio eine Neuheit präsentierte: Die CB 750 Four sollte das erste Großserienmotorrad mit einem in Fahrtrichtung montierten Vierzylinder-Motor werden.

Die Vorstellung der 750er war für die Konkurrenz von Kawasaki Fluch und Segen zugleich. Denn auch hier hatte man die Chancen eines solchen Viertakters in einem sportlichen Motorrad entdeckt - und sich bereits 1967 an die Entwicklung gemacht. Entsprechend schockiert war man beim Anblick der CB 750. Lange hielt der Schock allerdings nicht an. Wenn schon der Konkurrent mit einer 750er auf dem Markt war, warum sollte man dann die Messlatte nicht gleich noch ein paar Stufen höher legen? Die Idee: noch mehr Hubraum und noch mehr Leistung.

Als das Ergebnis der Entwicklungsarbeiten dann im Herbst 1972 auf der Internationalen Fahrrad- und Motorrad-Ausstellung (Ifma) in Köln erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wurde, waren es die Mitarbeiter der übrigen Hersteller, denen der Schock ins Gesicht geschrieben war. Kawasaki hatte nicht weniger gemacht, als das Supermotorrad jener Zeit zu bauen. Die Kawasaki 900 Z1 stellte sich in nahezu jeder Hinsicht als konkurrenzlos dar.

900 Kubikzentimeter Hubraum, vier Zylinder, zwei obenliegende Nockenwellen - das war etwas, das man bestenfalls mal bei einem Exotenmodell gesehen hatte. Fast schon selbstverständlich, dass die "Kawa" mit 60 kW/82 PS die ursprüngliche CB 750 Four mit ihren 49 kW/67 PS weit in den Schatten stellte. Die Fahrleistungen können sich heute noch sehen lassen und sorgten damals für ungläubiges Staunen: In knapp vier Sekunden sollte die Z1 aus dem Stand auf Tempo 100 beschleunigen, und auch bei Tempo 200 sollte noch nicht Schluss sein.

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