Nachtsichtgerät schützt Fußgänger
Bessere Sicht bei Dunkelheit

Infrarotlicht als elektronischer Scheinwerfer. Daimler-Chrysler bietet seit rund einem Jahr ein Assistenzsystem als Sonderausstattung für die neue S-Klasse an, das Objekte auf der Straße früher sichtbar macht. Es wurde mit dem Autozulieferer Bosch entwickelt.

DÜSSELDORF. Die Situation fürchtet jeder Autofahrer: Die Sicht in der Nacht ist schlecht, entgegenkommende Autos blenden und zu allem Übel setzt noch Regen ein. Hier soll das neue System weiterhelfen. In die Scheinwerfer integrierte Infrarotlampen beleuchten die Umgebung in einem Bereich von 150 Metern vor dem Fahrzeug. Eine im gleichen Wellenlängenbereich sensitive Kamera an der Innenseite der Frontscheibe nimmt die ausgeleuchtete Straßenszene auf.

Die Kamera ist das Herzstück der Entwicklung. Sie hat eine deutlich höhere Auflösung hat als etwa eine Wärmebild-Kamera bei herkömmlichen Nachtsicht-Systemen. Zudem sei sie besser als eine Spiegelreflex-Kamera, weil die Zahl der Graustufen deutlich höher sei, verdeutlicht Projektsprecher Jürgen Seekircher, der bei Daimler-Chrysler die Serienentwicklung für den Nacht-Assistenten leitet.

Das Feld vor dem Fahrzeug wird als Schwarz-Weiß-Bild auf einem Monitor dargestellt, der sich an Stelle des Tachos im Armaturenbrett befindet. Zum Erfassen der Verkehrssituation genügt ein kurzer Blick – ähnlich dem Ablesen des Tachometers.

Bei Dunkelheit bietet der Nachtsicht-Assistent dem Autofahrer in etwa die Sichtweite, die er bei eingeschaltetem Fernlicht hätte. Da Infrarotstrahlung für das menschliche Auge unsichtbar ist, blendet das Nachtsicht-System den Gegenverkehr jedoch nicht. Zudem ist der Straßenverlauf besser sichtbar: Fußgänger, Radfahrer und Hindernisse auf der Fahrbahn werden früher erkannt. Testpersonen hell sahen gekleidete Testpuppen am Straßenrand im Durchschnitt bereits aus einer Entfernung von über 200 Metern und damit rund 40 Meter früher als mit Bi-Xenon-Abblendlicht.

Dunkel gekleidete Fußgänger werden noch viel früher gesehen: bereits aus einer Entfernung von 160 Metern gegenüber nur 70 Metern mit Bi-Xenon-Licht. Das bedeute ein Sicherheitsplus von 125 Prozent, sagt Seekircher. „Beim Großteil der Unfälle kommen die Fahrzeuge von der Fahrbahn ab, weil die Fahrer den Streckenverlauf nicht mehr richtig erkennen können. Solche Situationen lassen sich mit der neuen Technik deutlich entschärfen.“

Seite 1:

Bessere Sicht bei Dunkelheit

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%