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Einbaunavigationsgeräte für das Armaturenbrett feiern auf der Cebit ein erstaunliches Comeback. Ein dramatischer Preisverfall hat den Abstand zu den portablen Geräten deutlich verkleinert. Einen richtigen Schub dürften die Integrierten zudem in Europa durch die Einführung des Notrufsystems "eCall" erhalten.
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DÜSSELDORF. Totgesagte leben länger. Einbaunavigationsgeräte für das Armaturenbrett feiern auf der Computermesse Cebit ein erstaunliches Comeback. Und der Trend lautet: je größer der Bildschirm, desto besser.

Die Einbaukollegen sind eleganter als ihre portablen Pendants mit dem Saugnapf, bieten einen besseren Klang über die eingebauten Auto-Lautsprecher, eine Stromversorgung ohne Kabelgewirr und satte Bildschirmgrößen dank Doppel-Din-Einschub. Der größte Vorteil aber: Ein dramatischer Preisverfall hat den Abstand zu den portablen Geräten deutlich verkleinert. Die günstigsten Geräte gibt es nun schon unter tausend Euro. Stefan Schiller, Vertriebsdirektor bei Pioneer Deutschland, sieht eine Art Ernüchterung bei den Kunden der Saugnapf-Generation: "Portabel ist ja nicht wirklich portabel. Wer nutzt seine Autonavigation schon als Fußgänger?" Also kommt doch wieder der Wunsch nach einer eleganten Einbaulösung auf.

Einen richtigen Schub dürften die Integrierten laut Strategy Analytics in Europa durch die Einführung des Notrufsystems "eCall" erhalten. Bei "eCall" setzt das Fahrzeug selbstständig nach einem Unfall eine Notrufmeldung mit GPS-Ortsangabe ab. Strategy Analytics rechnet mit einer Verdreifachung des Absatzes integrierter Navigationssysteme von 2,8 Mio. 2007 auf 7,6 Mio. im Jahr 2014. Damit würden 27 Prozent aller Neufahrzeuge mit einer Navigation ausgerüstet sein, 2007 waren es elf Prozent.

Wenn schon, denn schon, scheinen die Hersteller zu denken und trommeln direkt für teure Multimedia-Navis mit Monster-Bildschirmen. Der Trend zum Display im Auto ist ungebrochen, sechs Prozent aller LCD-Displays unter zehn Zoll Diagonale werden heute in Autos verbaut, haben die Marktforscher von DisplaySearch nachgehalten. Und mehr als die Hälfte aller Mittelklasse-Pkws, so Blaupunkt, ist mit 2-Din-Radioschacht ausgestattet - das sind zwei Radioschächte übereinander.

Früher war hier der separate CD-Wechsler untergebracht, seit die Musik vom iPod kommt, ist der frei für eine neue Nutzung, etwa für Geräte mit großem Bildschirm. Schmale 1-Din-Modelle mit ausfahrbarem Monitor haben an Bedeutung verloren: "Die Lösung ist technisch gut, aber in ausgeklapptem Zustand haben die Bildschirme dann doch immer irgendwelche Schalter oder Lüftungsschlitze verdeckt", weiß Stefan Schiller. Das hat der Kunde nicht akzeptiert.

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