Neue Abgasreinigungsanlage
Auto-Hersteller hoffen in den USA auf Durchbruch mit Dieseltechnik

Die deutschen Autohersteller starten einen neuen Anlauf, um den Dieselmotor in den USA mit Hilfe einer neuen Abgasreinigungstechnik durchzusetzen. Auf der Los Angeles Motorshow, die am heutigen Mittwoch ihre Pforten öffnet, präsentiert sich eine ungewöhnliche innerdeutsche Allianz, die ihre neuen Diesel-Modelle für den US-Markt unter dem gemeinsamen Label „Bluetec“ vermarktet.

ebe / mwb NEW YORK / STUTTGART. Dabei übernehmen Volkswagen und Audi eine von Daimler-Chrysler und Bosch entwickelte Abgastechnologie, die bis 2008 auch die strenge US-Abgasrichtlinie Bin 5 unterschreiten soll. „Drei Marken haben mehr Power als eine“, sagte ein VW-Sprecher zur Begründung.

Dieselmotoren fristen in den USA ein Schattendasein, weil ihnen noch immer das Image anhängt, schmutzig und schwerfällig zu sein. Während in Europa fast jedes zweite Auto von einem Diesel angetrieben wird, sind in den USA Benziner die Regel und verbrauchsärmere Hybridmotoren auf dem Vormarsch.

Der Diesel indes ist so „out“, dass jetzt ein neuer Name her muss: Bluetec eben. Dass seit Mitte Oktober auf Initiative der US-Regierung bis zu 76 000 US-Tankstellen mit sauberem „Ultra Low Sulfur Diesel“ (ULSD) beliefert werden, gibt den deutschen Herstellern neue Hoffnung: „Wir sehen durchaus Chancen, dass aus dem Diesel in den USA doch noch ein Elefant wird“, sagte ein Daimler-Sprecher. Gegenüber der Limousine E320 CDI, die in den USA im Vorjahr 4 500 Mal verkauft wurde, verlangt Mercedes für die Bluetec-Technologie einen Aufpreis von rund 1 000 Dollar.

Auch BMW war eingeladen, sich der Initiative anzuschließen, doch die Bayern gaben dem Trio einen Korb. Das Sammelsurium von Technologien unter dem Label Bluetec erfülle bisher nicht die strengen Anforderungen in Kalifornien, hieß es zur Begründung. „Wir beteiligen uns nicht, weil wir es nur für sinnvoll halten, wenn man mit einer Lösung für alle US-Staaten aufwarten kann. Und dafür ist es noch zu früh“, sagte ein Sprecher von BMW. BMW erzielt ein Viertel seines US-Umsatzes in Kalifornien. In zwei Jahren will der Hersteller einen eigenen Diesel präsentieren, der auch die Anforderungen dort erfüllt. In welchem Modell der neue Diesel erstmals zum Einsatz kommen wird, wollte er noch nicht sagen.

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