Neue Antriebskonzepte
Der Motor schnurrt direkt im Rad

Neue Antriebskonzepte sollen mehr Raum für Passagiere schaffen. Die neue Technik verzichtet auf den zentralen Motorblock und setzt stattdessen auf mehrere kleine Elektromotoren.

BERLIN. Schlechte Nachrichten für Freunde des bulligen Motorblocks: Autoentwickler überlegen, auf vier kleine Motoren umzusteigen – ein eigener Antrieb an jedem Rad. Die Idee: Wenn es keinen zentralen Motor unter der Haube gibt, kein Getriebe, keine Auspuffrohre und Schalldämpfer, könnte der Fahrzeugboden völlig eben sein. Nicht nur die Innenraumgestalter bekämen ungeahnte Möglichkeiten – auch die Insassen hätten plötzlich jede Menge mehr Platz.

Die Idee klingt revolutionär und doch ist sie schon über 100 Jahre alt. Im Jahr 1900 konstruierte Ferdinand Porsche so ein Auto – mit einem Elektromotor in jedem Rad.

Jetzt denken Automobilhersteller und ihre Zulieferer erneut über Fahrzeuge mit Radnabenantrieb nach, auch wenn nicht alle öffentlich gerne darüber reden. Gerade die rasante Entwicklung auf dem Gebiet des Hybridantriebs haben als Technologietreiber für den Elektromotor gewirkt. So werden reine Elektromotoren wie der Radnabenantrieb immer interessanter – und gelten als Technologie für Übermorgen.

Wie weit die Forscher bereits sind, zeigt Mitsubishi. Auf dem Genfer Automobilsalon im März stellten die Japaner bereits ihr drittes Forschungsauto mit Radnabenantrieb vor. Den Mitsubishi Concept-EZ MIEV treiben vier elektrische Radnabenmotoren an, mit je 37 PS Leistung und 400 Newtonmeter Drehmoment. Damit sprintet der Mini-Van in nur elf Sekunden von 0 auf 100 und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 150 Stundenkilometern.

Gewöhnlich dreht bei einem Elektromotor der Rotor innen und wird vom Gegenpol, dem feststehenden Stator umgeben. In den Felgen des Mitsubishi ist es genau umgekehrt: Der Rotor liegt außen und dreht um den inneren Stator. Das spart Gewicht und erleichtert das Übertragen des enormen Drehmoments. Weil jeder Motor einzeln gesteuert wird, kann der Fahrer zwischen drei Antriebsarten wählen: Front-, Hinterrad- oder Allradantrieb.

Schon in vier Jahren will Mitsubishi Autos mit Radnabenmotor auf den Markt bringen. „Die ersten Fahrzeuge sollen in Tokio auf die Straße kommen“, sagt Helmut Bauer von Mitsubishi Deutschland, „gespeist mit dem billigem Nachtstrom der Kraftwerke, den es an speziellen Strom-Zapfsäulen geben wird“.

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