Neue Assistenzsysteme optimieren Komfort
Mikrosysteme machen Autos sicherer

"Was ich Ihnen jetzt zeige, das werden sie vielleicht in 20 Jahren als Autofahrer auf der Straße erleben." Joachim Massen drückt bei Tempo 120 auf einen unscheinbaren Knopf in der Mittelkonsole. Danach nimmt er den Fuß vom Gas und die Hände vom Lenkrad.

BERLIN. Und was passiert? Der Mercedes fährt wie auf unsichtbaren Schienen in der rechten Fahrspur und folgt auf der Autobahn einem vorausfahrenden Pkw in konstantem Abstand.

"Lane Keeping" - die Spur halten - nennt Massen das automatische Lenksystem, das beim Autozulieferer Continental-Temic entwickelt wurde. Massen: "Der Spurhalte-Assistent im Auto weiß, wo die Straße ist und wo das Auto hinfährt." Den Willen der Elektronik spürt der Autofahrer nur als sanfte Bewegung am Lenkrad, der er intuitiv folgt. Er kann das System jedoch jederzeit ohne Kraftanstrengung überstimmen und bleibt so der Chef an Bord.

Noch ist die Idee vom autonomen Fahren auf der Autobahn reine Zukunftsmusik, allein schon aus rechtlichen Gründen. Doch die Technik dafür wäre in wenigen Jahren serienreif. Sie basiert auf Bauelemente der Mikrosystemtechnik - wie Fachleute die Verbindung von Elektronik und mikro-mechanischen, mikro-optischen oder mikro-fluidischen Bauteilen nennen. Kleinste Sensoren und Aktoren sowie die dazugehörige Signalverarbeitung werden bei der Mikrosystemtechnik so miteinander verknüpft, dass eigenständige Funktionen entstehen. Die Sensoren sind dabei mit den menschlichen Sinnesorganen, die Aktoren mit den Gliedmaßen und die Signalverarbeitung mit dem Gehirn vergleichbar.

Im Wettbewerb um Marktanteile setzten die Autohersteller verstärkt auf die winzigen intelligenten Systeme. Bereits heute befinden sich in einem Mittelklasse-Pkw rund 60 Mikrosysteme. Künftig sollen ganz neue Anwendungen hinzukommen, die das Autofahren verändern werden.

Davon konnten sich die Teilnehmer einer internationalen Konferenz für Mikrosysteme im Auto in Berlin überzeugen, die von dem weltweit größten Netzwerk für Technologietransfer IRC und der VDI/VDE Innovation + Technik GmbH organisiert wurde. Hier präsentierten Fahrzeughersteller und Zulieferer ihre aktuellen Entwicklungen. So stellte BMW einen Überholwarner vor, der auf dem Weg in die Serie ist und bald in BMW-Modellen zu finden sein wird.

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