Neue Assistenzsysteme zur Unfallvermeidung
Wenn Helfer in letzter Sekunde bremsen

Elektronische Helfer liegen voll im Trend: Sie assistieren beim Bremsen, Spurhalten oder Spurwechseln, dienen als Einparkhilfen oder als Nachtsichtgerät. "Schon die nächste Generation der Premiumklasse-Automobile wird mehr Software an Bord haben als der Space-Shuttle", sagt Manfred Broy, Professor am Lehrstuhl für Software & Systems Engineering der TU München.

DÜSSELDORF. Längst könnte die Technik den Autofahrer komplett ersetzen. Doch das ist schon aus Haftungsgründen nicht geplant - und wäre zudem den Autofahrern auch kaum zu vermitteln. So bleibt der Fahrer am Steuer und in der Verantwortung. Gleichwohl wird die Technik zunehmend dabei helfen, in schwierigen Fahrsituationen den Überblick zu behalten. Hauptverursacher der heutigen Verkehrsunfälle ist schließlich noch immer das fehleranfällige System Mensch.

Die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) hat in einer Fahrzeugsicherheitsstudie vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt untersuchen lassen, welche Hilfe Fahrerassistenzsysteme bieten können. "Hoch entwickelte Systeme, die unter Umständen auch einmal aktiv eingreifen, haben ein hohes Sicherheitspotenzial", sagt Anne Bauer, die die BASt-Studie betreut hat. Die Analyse von Unfalldaten ergab, dass fast zwei Drittel aller schweren Unfälle durch neuartige Assistenzsysteme verhindert oder in ihren Folgen gemindert werden könnten. "Bis zu 26 Prozent der schweren Unfälle könnten durch innovative Kreuzungsassistenten vermieden werden", sagt Bauer.

Noch sind diese Kreuzungsassistenten nicht voll entwickelt. Um tatsächlich schützen zu können, müssen die elektronischen Helfer nicht nur wissen, wer Vorfahrt hat, sondern auch alle Verkehrsteilnehmer und deren Geschwindigkeiten zweifelsfrei erkennen. Ein vielversprechender Prototyp eines Kreuzungsassistenten fährt schon in der Oberklassenlimousine VW Phaeton mit: Kameras, Laser und Sensoren analysieren die Verkehrssituation, per Funk werden zusätzlich Signale von den umliegenden Ampeln in das System eingespeist.

Auch bei Mercedes feilen die Entwicklungs-Ingenieure an einem Kreuzungsassistenten, der mit einer Stereo-Kamera seitlich ankommende Autos, Radfahrer und Fußgänger erkennen soll. Leistungsstarke Computer werten die Bilder in Echtzeit aus und können den Fahrer Sekunden vor dem errechneten Crash warnen. Erste Tests zeigen: Eine Warnung nur zwei bis drei Sekunden vor der Kollision mit einem seitlich schnell herankommenden Fahrzeug kann reichen, um einen Unfall in letzter Sekunde zu verhindern.

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