Neue Benzinsorte E10
Mehr Alkohol im Sprit

Ab Januar 2011 darf eine neue Benzinsorte mit großer Wahrscheinlichkeit in Deutschland verkauft werden. Für einige Fahrzeuge ist der Biosprit aber schädlich, außerdem steigt der Verbrauch. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema.
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dpa/tmn BERLIN. Eine Übersicht im Internet gibt Aufschluss darüber, welche Kfz-Modelle das neue Biobenzin E10 tanken dürfen - und welche nicht. Ab Januar 2011 darf der Sprit mit großer Wahrscheinlichkeit in Deutschland verkauft werden.

Wenn 2011 der neue Ottokraftstoff E10 eingeführt wird, sollten Autobesitzer nicht bedenkenlos zur Zapfpistole greifen. Herstellerangaben zufolge können zum Beispiel bei frühen Mercedes-Direkteinspritzern wie dem C 200 CGI und CLK 200 CGI aus den Jahren 2002 bis 2005 oder den Opel-Modellen Vectra, Signum und Zafira mit einem 2.2-Direct-Motor Probleme auftreten.

Laut dem Bundesumweltministerium könnte der Sprit etwa zehn Prozent aller benzinbetriebenen Kfz in Deutschland möglicherweise schaden. Das entspricht nach Informationen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) aktuell rund 3,5 Millionen Fahrzeugen.

Eine detaillierte Liste für alle Hersteller bietet die Deutsche Automobiltreuhand (DAT) unter http://www.dat.de/e10liste/e10vertraeglichkeit.pdf zum kostenlosen Download an.

Wer künftig E10 tankt, muss zudem mit leicht erhöhtem Verbrauch rechnen. Über die Einführung der Benzinsorte will der Bundesrat an diesem Freitag (26. November) endgültig entscheiden, die Zustimmung gilt aber als sicher.

Hier die wichtigsten Fragen und Antworten zum Biosprit E10:

Was genau ist eigentlich E10? Bei der Bezeichnung E10 handelt es sich um eine Abkürzung: "E" steht für den Alkohol Ethanol, der dem aus Erdöl gewonnenen Benzin beigemischt wird. Die Zahl "10" zeigt an, dass der Ethanolanteil bis zu zehn Prozent betragen darf, erklärt Frank Brühning vom deutschen Biokraftstoffindustrieverband VDB. Seit 1989 ist ein Anteil von bis zu fünf Prozent im Ottokraftstoff zulässig. Das Ethanol wird durch alkoholische Gärung aus zucker- und stärkehaltigen Pflanzen gewonnen - zum Beispiel aus Zuckerrohr und-rüben, Mais oder Getreide.

Wie kann der Biosprit zum Umweltschutz beitragen? Durch den geringeren Benzinanteil auf Rohölbasis werden Erdölvorkommen geschont. Außerdem kann durch Ethanol aus nachwachsenden Rohstoffen die Ökobilanz verbessert werden. Denn beim Verbrennen wird lediglich die Menge des klimaschädigenden Gases CO2 freigesetzt, die die Pflanzen zuvor aus der Luft gebunden haben. Allerdings geht diese Rechnung nur dann auf, wenn für den Anbau keine Wälder, Weide- oder Brachflächen in zusätzliches Ackerland verwandelt werden, geben Kritiker zu bedenken. "Das könnte dazu führen, dass deutlich mehr Kohlendioxid freigesetzt wird, als später durch Biokraftstoffe eingespart wird", warnt etwa der Naturschutzbund Nabu.

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  • wie alles bei grüner Verkehrspolitik
    ist auch dies unüberlegt,nicht durchdacht , Dilettantisch zurecht geschneiderte Schnellschüsse, wie auch die Umweltzonen .
    Und alles kostet richtig viel Geld , unser Geld !

  • Und das sind sie ,
    die grünen Traumschlösser die nun alle wieder bezahlen müssen .Aber wir kennen es ja , Elektroenergie wird künstlich verteuert (EE müssen ja gefördert werden )Kohle und Gaskraftwerke werden abgeschaltet weil sie CO 2 ausstoßen ,innerstädtische Umweltzonen die nichts bringen werden eingerichtet.
    Und er kleine man darf für diesen Unfug ordentlich bezahlen .
    Wir sollten das nicht vergessen ,die nächste Wahl kommt bestimmt !!!

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