Neue Modelle Nebensache
Düstere Aussichten für das Autojahr 2009

Ein Ausblick auf ein neues Jahr in der Welt des Automobils beschäftigt sich meist mit den angekündigten neuen Modellen - schicken Sportwagen, edlen Limousinen und allem, was noch so kommt. Doch 2009 dürften andere Themen das Geschehen in der Branche bestimmen.

dpa/tmn DUISBURG/STUTTGART. Wurden Autobesitzer und Kaufinteressenten schon 2008 durch die Umweltdiskussion und zuletzt die Krisenthemen verunsichert, sind sich die Experten für 2009 in einem Punkt sicher: Vor allem für Hersteller und Händler wird alles noch eine Spur schlimmer.

2008 war anfangs vor allem das Jahr der Umweltdebatte. Man sprach über Sinn und Unsinn der Umweltzonen. Wenn es um Verbrauchsangaben ging, wurde auf den damit zusammenhängenden CO2-Ausstoß hingewiesen. Diskutiert wurde über den Verbrauch aber auch aus dem Grund, dass die Kraftstoffpreise ungeahnte Höhen erreichten. Das wiederum führte dazu, dass verstärkt über alternative Antriebe nachgedacht wurde.

Doch all das erschien in den letzten Monaten des Jahres, als wäre es vor langer, langer Zeit geschehen: Die Finanzkrise erschütterte die Menschen, die daraufhin einen weiten Bogen um die Verkaufspaläste der Händler machten und die großen Autohersteller in eine Krise rutschen ließen, die in diesem Umfang wohl kaum jemand erwartet hatte.

Zum Jahreswechsel sieht die Situation daher so aus, dass neue Modelle selbst von ausgemachten Auto-Liebhabern eher als Nebensache abgetan werden. Experten wie der Automobilforscher Prof. Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen fassen das Autojahr 2009 daher auch kurz und knapp zusammen: "Es wird sehr grausam." Vor allem dürfte das die Neuwagenverkäufe betreffen: "Wir gehen davon aus, dass die Verkaufszahlen mit 2,9 Mill. Autos erstmals seit der Wiedervereinigung unter 3,0 Mill. fallen werden."

Erfolgsmeldungen gibt es allenfalls bei neuen Marken: "Dacia hat eine Sonderkonjunktur." Der Experte rechnet damit, dass auch der indische Hersteller Tata in Deutschland Autos anbieten wird. Auch neue chinesische Hersteller dürften mit preisgünstigen Modellen in Deutschland von der Krise profitieren wollen.

Bei den Werkstätten und Händlern ist 2009 weiterer Kahlschlag zu erwarten: "Im Jahr 2008 mussten wir rund 1 200 Insolvenzen verzeichnen, das ist ein Anstieg um acht Prozent gegenüber 2007", sagt Helmut Blümer, Sprecher des Zentralverbandes Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) in Bonn. "Für 2009 ist vor allem im ersten Halbjahr mit einem weiteren Anstieg der Insolvenzen zu rechnen."

Doch auch im Autoalltag kommt Neues - unter anderem eine Erhöhung der Bußgelder. "Die Missachtung von Tempolimits wird künftig härter bestraft", sagt Rainer Hillgärtner vom Auto Club Europa (ACE) in Stuttgart. Innerorts wird eine Tempoüberschreitung ab 21 Stundenkilometer (km/h) künftig 80 statt wie bisher 50 Euro Bußgeld zur Folge haben. Richtig teuer wird es für Raser: Wer außerorts mehr als 50 km/h zu schnell fährt, muss 240 statt bisher 150 Euro zahlen.

Und dann gibt es noch einen Punkt, an dem Umweltdiskussion und Absatzkrise zusammentreffen: Wer bis zum 30. Juni ein neues Auto kauft, muss mindestens ein Jahr keine Kfz-Steuer zahlen - wenn das ausgesuchte Auto die Schadstoffklasse Euro fünf erfüllt, die für neu eingeführte Modelle ab dem 1. September 2009 Pflicht wird. Autofahrer, die schon jetzt ein solches Euro-5-Modell besitzen, sollen eine Steuerentlastung für ein Jahr bekommen.

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